Uns erreichten diese Worte der Anteilnahme:
Ich bin sehr dankbar für seinen Dank,
ich denke an die Steyler Schwestern und Brüder in Berlin. Mein Gebet ist mit ihm und "Euch", möge der Herrgott ihm seine schweren
irdischen Leiden entgelten und seine unendliche Klarheit und Reinheit, das allumfassende Verstehen, zuteilwerden lassen, das
uns fehlt, dem wir uns durch demütiges Vertrauen schon einmal hinzuwenden aber immer wieder versuchen können, möge allen die
nötige Kraft gegeben sein. Das ist angesichts des Geschehenen auf Erden sehr schwer...meinen respektvollen, aber eben doch
sehr freundschaftlichen Audruck des Mitgefühls und Gruß an Pater Brunner als dem älteren, immerwährend - innerlichen Mentoren
im Geiste
Robert Dreier
Ich möchte hiermit kondolieren
und den Angehörigen mein Beileid aussprechen!
In Trauer,
Eva-Maria Koch
Liebe Mitbrüder,
während der Hausratssitzung zum Abschluss der Provinzvisitation erreichte uns die Nachricht vom Tode Adonis'.
Wir sind alle sehr betroffen und traurig. Er war doch noch viel zu jung! Wir verstehen Gottes Wege nicht. Er hat gegeben, er hat genommen - gepriesen sei der Name des Herrn. Wir sind Euch allen, der Familie von Adonis, unserer SVD-Kommunität sowie den Gemeinden in Trauer und im Gebet verbunden.
Im Namen der Kommunität von St. Michael,
Manni Krause
Lieber Ruediger, ich moechte,
DIR und Euch danken, fuer die Begleitung von Adonis.
Es ist unfassbar ...
So ein kreativer Mensch - ich glaube er hat das ALLES gemacht, weil er nicht so viel Zeit hier hatte. Im Gebet fuer ihn sind wir verbunden.
Bernd Ruffing (Novize in Berlin 1995, jetzt in Thailand)
Ich bin tief erschüttert.
Ich hatte so gehofft und gebetet, dass er leben kann und wieder gesund wird.
Susanne Stiegert-Krumhauer
Aus der Ferne sehr verbunden im Gebet!
Mit herzlichen Grüßen,
Paula von Loe
Die Heilig-Geist-Gemeinde nimmt Anteil am Tod von Pater Adonis
Seit 25 Jahren ist die Philippinische Gemeinde bei uns in Heilig Geist beheimatet.
Die letzten sieben Jahre war Pater Adonis ihr Pfarrer, ihr Hirte, ihr Father, ihre Verbindung zu ihrem Heimatland, den Philippinen.
Wir, die deutsche Gemeinde, erlebten Pater Adonis, als einen Priester, der sich mit Enthusiasmus und Freude für seine Aufgabe
einsetzte. Wer die Möglichkeit wahrnehmen konnte, seine sonntäglichen Heiligen Messen zu besuchen, wird ihn als Prediger mit
Leib und Seele erlebt haben. Die “viva el Señor“ -Rufe während der diesjährigen Jubiläumsmesse waren nicht zu überhören. Notwendige
Absprachen zwischen unseren beiden Gemeinden begegnete er immer kooperativ und unkompliziert. Seine Hilfsbereitschaft, auch
bei immer wieder auftretenden technischen Problemen, durften wir uneingeschränkt erfahren. Die Lücke, die Pater Adonis in
seinem Wirkungsfeld hinterlässt, ist groß.
Die deutsche Gemeinde trauert mit seiner Familie, mit der Steyler Kommunität und der Philippinischen Gemeinde um Pater Adonis.
Für die Gemeinde Heilig Geist
Ruth Anders

"Ein Lebensbaum voller Früchte wird abgeschnitten"
Meine letzte Begegnung mit Adonis
Der plötzliche Heimgang von unserem lieben Mitbruder Adonis lässt uns alle voller Trauer und Erschütterung zurück. Sein Gesundheitszustand machte uns schon große Sorge und ließ mich, seinen Kurskollegen und guten Freund, persönlich nicht in Ruhe. In mir war das große Bedürfnis, ihn zu besuchen. Darum bin ich von München nach Berlin gefahren. Adonis sollte davon nicht wissen.
Am Montag, dem 25.07.2011, ging ich mit Pater Fidelis ins Krankenhaus. “Eine Überraschung, was für eine Überraschung! Ohne Ankündigung”, sagte Adonis. Tief betroffen war ich, als ich ihn sah. Ich war einfach sprachlos. Mir kamen die Tränen. Er war immer ein Mensch voller Vitalität und Lebensfreude. Nun ist er so kraftlos, seine Stimme so schwach. Er war so erschöpft. Darum wollte ich nicht lange bei ihm bleiben. Im kurzen Gespräch äußerte er seine Hilflosigkeit und Angst, seine Sehnsucht und Hoffnung auf Gottes Heilung. Heute sollte er noch Ultraschalluntersuchung haben.
Am Dienstag, dem 26.07.2011, fuhr ich mit Pater Brunner und Carlos wieder zu Adonis. Von seiner Schwester wusste ich schon, dass er heute verlegt wird. Im Krankenhaus haben wir erfahren: Er ist auf die Station 55 gebracht worden. Das ist die Palliativstation. Da blieb mir der Atem stehen. Ich ahnte sofort, was es heißt. Schweren Herzens kamen wir auf die Station. Bevor wir Adonis sahen, hatten wir die Möglichkeit, mit der Stationsschwester und dann mit dem Stationsarzt zu sprechen. Einfühlsam und doch mit klaren Worten erklärten sie uns: Wir wollen ihm keine falsche Hoffnung machen. Von einer Heilung können wir nicht sprechen. Sein Leben geht langsam aber stetig zu Ende. Der Arzt wies darauf hin, dass der seelsorgliche Beistand in dieser Phase eine ganz wichtige Rolle spielt.
Adonis wurde dann in den Park gefahren. Ich hatte Gelegenheit, allein bei ihm zu sein. Er saß mir gegenüber im Rollstuhl. Eben hat er vom Arzt erfahren, dass er medizinisch am Ende ist. Ich konnte es nicht fassen, dass Adonis, mein Mitbruder und guter Freund, nicht mehr lange leben wird. “Wie geht es dir?” fragte er mich. “Ich bin sprachlos”, war meine Antwort. Stille.. “Wie lange habe ich noch?” Eine Antwort auf diese Frage konnte und wollte ich auch nicht geben. “So ist das Leben. Das kann jeden treffen”, sagte er. “Du bist extra nach Berlin gekommen, um alles zu erfahren”, fügte er hinzu. “Mir war ganz wichtig, dass ich dich sehe.” Wir sprachen über die Vergangenheit. Sieben Jahre (vier Jahre St. Augustin und drei Jahre Berlin) haben wir gemeinsam verbracht. Miteinander haben wir viel erlebt, viel unternommen und viel gelacht. Nun müssen wir getrennte Wege gehen. “So ist das Leben. Aber nicht alles ist vorbei. Für Gott ist nichts unmöglich. Where medicine ends, there begins faith”, sagte Adonis darauf. Ein tiefer Glaube. Auch wenn alles so aussichtslos scheint, dürfen wir alles auf die Karte Gottes setzen. Er kann Wunder wirken.
“Wie geht es dir im Herzen?”, wollte ich ganz persönlich wissen. “Ich war nicht aufgeregt, als der Arzt es mir mitteilte. Ich bin ruhig geblieben.” Adonis war immer so. Ob es eine Panne bei Power-Point-Präsentation war oder eine Panne in seinem Leben, eines konnte er: Ruhe bewahren. Es war ein sehr tiefes Gespräch, Erinnerungen. Noch etwas wollte ich ihm ans Herz legen: “Es wäre ein großes Glaubenszeugnis und eine tolles Zeichen der Verbundenheit, wenn du mit der philippinischen Gemeinde einen Abschiedsgottesdienst feiern würdest.” Adonis schaute mich fragend mit großen Augen an: “Abschiedsgottesdienst?” Ich merkte, dass er noch nicht bereit war, das Wort “Abschied” zu hören. Wer kann es so leicht, wenn er eben erfahren hat, dass er bald sterben muss! Ich versuchte es mit anderen Worten: “Ich meine einen Dankgottesdienst. Du hast mit der philippinischen Gemeinde so viel erlebt und mit ihnen so viel gemacht. Es wäre sehr schön, wenn du mit ihnen einen Dankgottesdienst feiern würdest.” Er hat es verstanden und sagte: “Vielleicht am Sonntag.”
Leider konnte er diesen Sonntag nicht mehr erleben. Aber die philippinische Gemeinde feierte an diesem Sonntag einen Dankgottesdienst bzw. einen Auferstehungsgottesdienst mit seinem Sarg in der Kirche.
Da Adonis erschöpft war und gern schlafen wollte, fuhr ich ihn in sein Zimmer. Noch ein Paar stille Momente im Raum, allein mit ihm. “So ist das Leben.” “Sein Wille geschehe.” “Gott kann noch Wunder wirken.” Das sind die Sätze, die er wiederholt während unseres Gesprächs gesagt hat. Stille... ein Paar Worte...wieder Stille. “Möchtest du mir noch etwas sagen?” wollte ich noch wissen. Stille...ich wartete. “Kannst du für mich ein Gebet sprechen?” Stille... Was sollte ich in diesem Moment beten?!
“Gott unser Vater, Gott des Lebens und der Hoffnung, deine Wege und dein Wille sind uns oft so unbegreiflich. Gott unser Vater, Danke, du hast Adonis bis hierher geleitet und gesegnet. Sei du bei ihm in dieser schweren Stunde des Schmerzes und Leidens. Barmherziger Vater, verzeihe Adonis seine Sünde und Schwäche. Schenke ihm Kraft und Hoffnung. Vater unser im Himmel.... Heilige Maria, unsere Mutter, du hast für Adonis so oft gebetet und ihn begleitet. Bete für ihn besonders in dieser schweren Stunde. Gegrüßt seist du Maria.... bitte für uns Sünder, besonders für Adonis in dieser Stunde. Amen. Der gütige Gott segne und begleite dich, + der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen” Mit geschlossenen Augen und gefalteten Händen betete Adonis mit.
“Danke, lieber Mitbruder”, sagte er dann. “Danke Adonis für alles”, sagte ich und wollte gern eine Weile noch bei ihm bleiben. Er bat mich zu gehen. So nahm ich schweren Herzens Abschied. Ich drehte mich um, noch ein letzter Blick. Adonis winkte. Ich ahnte, Adonis sicherlich auch: Wir werden uns in diesem Leben nicht mehr sehen. Am nächsten Tag fuhr ich nach München zurück. Nach nur zwei Tagen bekam ich die traurige Nachricht: Adonis ist gestorben. Mit den Worten “Thank you” auf den Lippen, schloss er seine Augen für immer...
Ein Lebensbaum voller Früchte wurde am 29. Juli 2011 plötzlich und unerwartet abgeschnitten. Ein Leben mittendrin, im Alter von 40 Jahren, wurde abgebrochen. Dieser Abbruch schmerz viele Menschen zutiefst: seine Familie, die Steyler Familie, seine Freunde und Bekannte und seine Berliner Gemeinde. Sein Tod lässt uns Gott fragen: musste es sein? Warum lässt Gott einen so jungen und begabten Missionar sterben? Gern hätten wir ihn noch lange bei uns gehabt, mit all seinen Begabungen, besonders im Bereich Medien und Kommunikation. Wir, die Münchener Steyler, hatten uns auf sein Kommen und sein Mitwirken bei Steyl Medien, so sehr gefreut. Gottes Plan war anders. Der Mensch denkt. Gott lenkt.
Der plötzliche Tod von Adonis hat mich zutiefst betroffen gemacht. Es beschäftigen mich viele Fragen. Eines ist mir dabei ganz klar geworden: das Leben ist ein kostbares Geschenk Gottes. Es kann schön sein, es kann aber auch hart und sehr kurz sein. Also, lebe jeden Tag ganz bewusst und voller Dankbarkeit.
München, den 08.08.2011
Vijay Tirkey SVD
