Die Choralschola von Heilig Geist beim 1. Festival der Religionen am 10. Juli 2016  
 

Unsere Choralschola hat sich unter Leitung unseres Kirchenmusikers und Schola - Leiters Christoph Möller mit insgesamt vier Sängern an einem Gemeinschaftsprojekt von mehreren Choralchören Berlins beteiligt. Ziel war die Teilnahme am Festival der Religionen im Haus der Kulturen in Berlin Neukölln am 10. Juli 2016.

Vorgeschichte

Hintergrund ist ein Gemeinschaftsprojekt der Choralchöre der Gemeinden Mater Dolorosa in Lankwitz, St. Rita in Reinickendorf, St. Bernhard in Dahlem, der Berliner Choralschola, und unserer Schola zu Pfingsten in unserer Gemeinde. Beim anschließenden Beisammensein wurde beschlossen, einer Anfrage vom Haus der Kulturen, den Auftritt beim Festival betreffend, zuzustimmen.

Die Vorbereitung

Es folgten zwei Proben, in denen an das Repertoire für den Pfingstgottesdienst in Heilig Geist angeknüpft wurde. Die Sängerinnen und Sänger der genannten Choralchöre wurden von Herrn Dr. Markus Bautsch, Mater Dolorosa, Lankwitz, geleitet. Unterstützt wurde er durch die Leiter der anderen beteiligten Chöre Ansgar Mayer, Christoph Möller, Dr. Celina Schätze und Markus Krafzcinski.

Das Festival der Religionen

Nachdem seit 2011 bereits fünfmal ein solches Festival in London stattgefunden hatte, beschloss deren Initiatorin, Anja Fahlenkamp, dieses Festival auch in ihrer Heimatstadt Berlin einzuführen.

Hintergrund ist der Wunsch, die verschiedensten Religionen, die gerade in den multikulturell geprägten Metropolregionen Europas und der Welt präsent sind, einander näher zu bringen und für Achtung und Verständigung zu werben. Kaum eine andere Kunstform ist stärker in der Religionsausübung wirksam als die Musik und teilweise auch der Tanz.

So wurde ein Programm zusammengestellt, das verschiedenste musikalische, z.T. auch tänzerische Darbietungen aus unterschiedlichen Religionen und Kulturen, die in Berlin ausgeübt werden, auf der Bühne im Obergeschoss des Hauses der Kulturen in Berlin Neukölln einem interessiertem Publikum zeigen sollte. Bestandteil des Programes sollte auch die Darbietung des gregorianischen Chorales sein, wie er in der Stadt Berlin noch gepflegt wird. Näheres zum Programm unter folgendem Link.

http://www.faithsintune.org/#!berlin-festival-2016--de-/rgm0o

Der gregorianische Choral

Die lateinische, gregorianische Liturgie ist innerhalb der katholischen Kirche eine der ältesten, seit mehr als 1000 Jahren bestehende Traditionen. Allerdings ist die öffentliche Wahrnehmung auf diese spezielle Form des liturgischen Gesanges stark verzerrt durch Darbietungen kommerziell arbeitender Gesangsgruppen in „Mönchs“-Kostümen fernab der ursprünglichen liturgischen Bedeutung.

Zur Bedeutung und Funktion des Scholasingens schreibt Martin Ludwig, Leiter des Referates Kirchenmusik im Bistum Berlin:

„Die Kirche betrachtet den Gregorianischen Choral als den der römischen Liturgie eigenen Gesang“, heißt es in der Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils (Art. 116). …(der) Gregorianischer Choral (ist) in Berliner Kirchengemeinden des Erzbistums innerhalb der Messfeiern (der erneuerten Liturgie des II. Vatikanischen Konzils) zu hören...

Die Choralscholen singen jeweils auf der Grundlage der aus mittelalterlichen Handschriften überlieferten Semiologie, die die musikalische Bedeutung der linienlosen Notenzeichen erschlossen hat. So entsteht ein rhythmisch sehr differenzierter Vortrag, der die Eigentexte des Sonn- oder Festtages in ihrem wunderbaren, unübertroffenen Verhältnis von Melodie und Wort gestaltet und erschließt. ... Der Anteil der lateinischen Sprache in der Liturgie ist aus länger gewachsenen bzw. pastoralen Gründen in den verschiedenen Gemeinden unterschiedlich.

Der Auftritt

Markus Bautsch, der die Berliner Choralscholen beim Festival – Auftritt leitete, beschreibt den Auftritt folgendermaßen:

Die 19 Choralsänger musizierten zuerst den Pfingshymnus „Veni Creator Spiritus“ im Wechselgesang, und danach das zweite Alleluia „Veni Sancte Spiritus“ mit der Sequenz aus dem Pfingstproprium, die von der Choralscholahälfte, die gerade nicht den Vers sang, mit der ausgehaltenen Finalis auf dem Vokal „A“ leise untermalt wurde. Das „Amen, Alleluia“ zum Abschluss wurde mit Quintparallelen zu den Männerstimmen beziehungsweise mit Quartparallelen zu den drei hohen Frauenstimmen gesungen - Beispiele für die frühe Mehrstimmigkeit, die sich aus dem Gregorianischen Gesang entwickelt hat. Danach folgte ebenfalls aus dem Pfingstproprium die Communio „Factus est repente“, bei denen die drei Verse von Markus Krafczinski solo gesungen wurden. Die Verse der folgenden Antiphon „Ubi caritas et amor“ aus der Liturgie des Gründonnerstags wurden im Wechsel zwischen den vier beteiligten Choralscholen übernommen. Zum Abschluss sangen wir aus der Vesper des Pfingsttags die Antiphon „Non vos relinquam“ mit den Versen aus dem Magnificat.

 

 

Die Schola – Sänger von Heilig Geist beim Auftritt

Der Applaus war herzlich und anhaltend. Die Projektassistentin für das Berliner Festival, Adina Ajzenberg, die sich nach der Aufführung beim Beisammensein im gemütlich hergerichteten Biergarten der Werkstatt der Kulturen für ein paar Minuten zu uns gesellt hatte, bedankte sich sehr herzlich für unseren Auftritt.

Gruppenfoto der Berliner Choralscholen

Fazit

Alle Sängerinnen und Sänger stimmten darin überein, dass der Auftritt gerade im Hinblick auf Verständigung und Achtung der in unserer Stadt ausgeübten Religionen untereinander bedeutungsvoll war. Der folgende Blick auf ein T-Shirt, das von so manchem der Besucher getragen wurde, regt nicht nur zum Schmunzeln:

 

 

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