10.5.20 Gottesdienst für daheim

 

https://www.heiliggeist-berlin.de/fileadmin/_processed_/8/d/csm_HeiligGeistGemalt_9e80b1da1f.jpg

Kleine Sonntagsliturgie für daheim

in Zeiten der Corona-Pandemie

5. Sonntag der Osterzeit (A) – Sonntag 10. Mai 2020

© Lydia Funke

 

Auch wenn in den meisten Bundesländern unter strengen Hygienevorgaben Messen am Sonntag wieder gefeiert werden dürfen, bleibt ein Restrisiko, sich im Kirchenraum mit dem Coronavirus anzustecken – vor allem dann, wenn man zu einer der sogenannten Risikogruppen zählt. Eine „gesunde Alternative“ kann daher weiterhin diese kleine Sonntagsliturgie für daheim sein. Darf man den bisherigen Rückmeldungen glauben, dann fördert sie sogar eine Art Hauskirche, in der Familien oder Wohngemeinschaften lernen, miteinander das Wort Gottes zu lesen und (vielleicht zum ersten Mal) über den persönlichen Glauben ins Gespräch zu kommen. Deswegen wird dieses Angebot bis auf weiteres bereitgestellt werden.

 

Zur Einstimmung: (GL: 329): Das ist der Tag, den Gott gemacht:

1.Das ist der Tag den Gott gemacht, / der Freud in alle Welt gebracht, /

Es freut sich, was sich freuen kann, / denn Wunder hat der Herr getan.

 

3.Wir sind getauft auf Christi Tod / und auferweckt mit ihm zu Gott.

Uns ist geschenkt sein Heilger Geist / ein Leben, dass kein Tod entreißt.

 

4. Wir schauen auf zu Jesus Christ, / zu ihm, der unsere Hoffnung ist.

Wir sind die Glieder, er das Haupt; / erlöst ist, wer an Christus glaubt.

 

5.Nun singt dem Herrn das neue Lied, / in aller Welt ist Freud und Fried.

Es freut sich, was sich freuen kann, / denn Wunder hat der Herr getan.

Kreuzzeichen:

Im Namen des +Vaters und des +Sohnes und des +Heiligen Geistes. Amen.

 

Gebet:

Ewiger Gott, oft sind unsere Wege durch das Leben mehr als verworren. Wir kennen uns nicht aus und wissen nicht, wohin der Weg uns führt, den wir gerade gehen. Das irritiert und kann Angst machen. Nicht selten sind wir schon Umwege gegangen, in Sackgassen geraten oder haben uns in Einbahnstraßen verrannt. Stärke du in uns das Vertrauen, dass du selbst uns in dein göttliches Leben hineinführen wirst, das uns eine große Weite und wahre Freiheit verheißt. Darum bitten wir im Namen deines auferstandenen Sohnes Jesus Christus, der für uns zum Weg, zur Wahrheit und zum Leben geworden ist. Amen.

Evangelium: Joh 14,1-12

„Habt keine Angst!” ermutigte Jesus seine Jünger. „Ihr vertraut auf Gott, nun vertraut auch auf mich! Denn im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch nicht gesagt: Ich gehe hin, um dort alles für euch vorzubereiten. Und wenn al­les bereit ist, werde ich zurückkommen und euch zu mir holen. Denn ihr sollt immer bei mir sein. Den Weg dorthin kennt ihr ja.” „Nein, Herr,” widersprach ihm Thomas, „wir wissen nicht einmal, wohin du gehst! Wie sol­len wir dann den Weg dorthin finden?” Jesus antwortete: „Ohne mich kann niemand zum Vater kommen. Denn ich bin der einzige Weg zum Leben! Wenn ihr mich wirklich kennt, dann kennt ihr auch meinen Vater. Ihr kennt ihn aber schon – ihr habt ihn ja vor euch.” „Aber, Herr,” entgegnete ihm Philippus, „wir haben ihn noch nie gesehen. Zeig uns doch deinen Vater. Dann sind wir zufrieden.” „Nun bin ich schon so lange bei euch,” entgegnete Jesus, „und du kennst mich immer noch nicht, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat auch den Vater gesehen. Wie kannst du mich dann bitten: ,Zeig uns den Vater!’ Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Was ich euch sage, stammt nicht von mir selbst. Es sind die Worte meines Vaters, der durch mich spricht. Es ist der Vater, der in mir lebt und durch mich handelt. Glaubt mir doch, dass ich im Vater lebe und der Vater in mir. Der Vater und ich sind ganz eins. Wenn es euch schwer fällt, auf mein Wort hin zu glauben, dann glaubt wenigstens aufgrund der Wunder, die ihr erlebt habt. Eins ist sicher: Wenn ihr an mich glaubt, werdet ihr das Werk weiterführen, das ich begon­nen habe; ja, ihr werdet es zur Vollendung bringen.

Impulse zum Nachdenken oder für ein Gespräch über das Evangelium:

Neulich kam ich mit einer Frau ins Gespräch, die ihren letzten Sommerurlaub in Chartres verbrachte und dabei auch das berühmte Labyrinth in der Kathedrale bewundern konnte. Sie nahm sich die Zeit, es meditierend abzuschreiten. So wurde es für sie zu einem Gleichnis für ihren persönlichen Lebensweg. „Im Unterschied zu einem Irrgarten, in dem man sich verlaufen kann und umkehren muss, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen“, so erzählte sie, „führt das Labyrinth uns stets zur Mitte.“ Sie war immer noch sichtlich beeindruckt von dieser für sie neuen Erfahrung. Tatsächlich: Wie oft habe ich mich in meinem Leben schon gewunden vor der nächsten Entscheidung, dem nächsten Schritt, weil ich nicht wissen konnte, welche Konsequenz das haben würde. Vielleicht erreichte ich meine Ziele auch nicht so schnell, wie ich es mir anfangs erhofft hatte. Dennoch habe ich immer wieder erfahren dürfen, dass ich des Weges geführt wurde, den ich beschritt. Meine Entscheidung, den Weg zum Ordensleben einzuschlagen, war beispielsweise solch ein Labyrinth mit vielen Kurven und Windungen. Es war ein langer Weg, nicht schnell und nicht einfach zu gehen. Noch bin ich auf dem Weg und weiß nicht, was morgen kommt. Das Bild des Labyrinths aber sagt mir: Setze stets einen Fuß vor den anderen und gehe ohne Angst weiter, auch wenn du nicht wissen kannst, was dich nach der nächsten Biegung erwartet. Verstehen wirst du dein Leben später einmal, durch einen Blick zurück.

Ø  Wer oder was hat meinen bisherigen Lebensweg entscheidend mitgeprägt?

Ø  Was hilft mir in Zeiten, in denen ich mich entscheiden muss?

Ø  Wo habe ich mich Jesus auf meinem Lebensweg einmal besonders nahe gefühlt?

Lied: (GL 368): O lieber Jesu, denk ich dein:

1.     O lieber Jesus, denk ich dein, / strömt Glück in meine Seele ein;
doch meine höchste Freude ist, / wenn du, o Jesus, bei mir bist.

 

2.     Kein Lied so sehr zu Herzen dringt, / kein Klang, kein Ton so lieblich klingt,
kein Name bringt so reichen Lohn / als Jesus Christus, Gottes Sohn.

 

3.     Du tröstest den, der Buße tut, / gibst dem, der bittet, neuen Mut;
dich suchen nimmt von uns das Leid, / dich finden, welche Seligkeit.

 

4.     Kein Wort, o Jesus, würdig preist / die Güte, die du uns erweist.
Nur wer sich ganz in dich versenkt, /verspürt, was deine Liebe schenkt.

 

5.     O Jesus, der uns Freude bringt, /du Quell, aus der uns Kraft entspringt,
Licht, das uns Gottes Liebe zeigt, / die alles Sehnen übersteigt.

 

6.     Du unser Glück in dieser Zeit, / du Sonne unsrer Ewigkeit,
in dir erstrahlt der Gottheit Schein / lass uns mit dir verherrlicht sein.

Fürbittgebet:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

dass ich liebe, wo man hasst;

dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

dass ich verbinde, wo Streit ist;

dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel droht;

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;

dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

 

Herr, lass mich trachten,

nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

 

Denn wer sich hingibt, der empfängt;

wer sich selbst vergisst, der findet;

wer verzeiht, dem wird verziehen;

und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Amen.

 

Vater unser:

Gott lädt uns ein, seinem Wort Glauben zu schenken. Ihm, der für uns den rechten Weg durch das Leben zeigen will, vertrauen wir unser Leben und das Leben unserer Mitmenschen an, wenn wir gemeinsam beten: Vater unser im Himmel…

Lied: (GL 325): Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit:

 

1) Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit!
Schon sinkt die Welt in Nacht und Dunkelheit.
Geh nicht vorüber, kehre bei uns ein.
Sei unser Gast und teile Brot und Wein.

2) Weit war der Weg. Wir flohen fort vom Kreuz.
Doch du, Verlorner, führtest uns bereits.
Brennt nicht in uns ein Feuer, wenn du sprichst?
Zeige dich, wenn du nun das Brot uns brichst.

3) Weihe uns ganz in dein Geheimnis ein.
Lass uns dich sehn im letzten Abendschein.
Herr, deine Herrlichkeit erkennen wir:
Lebend und sterbend bleiben wir in dir. 

Segen:

Gott schenke uns und allen Menschen, für die wir in dieser Stunde gebetet haben, immer neu die Gewissheit, von ihm geliebt und bei ihm geborgen zu sein. Er schenke uns Zuversicht und Hoffnung in unsicheren Zeiten unseres Lebens. Er gebe uns Kraft und Freude auf unserem Lebensweg und in unseren vielfältigen Beziehungen. So segne uns Gott, der + Vater, und der + Sohn und der + Heilige Geist. Amen.

Zum Ausklang: (GL 342): Komm, Heilger Geist:

1) Komm, Heilger Geist, der Leben schafft, / erfülle uns mit deiner Kraft.
Dein Schöpferwort rief uns zum Sein: / Nun hauch uns Gottes Odem ein.

2) Komm, Tröster, der die Herzen lenkt, / du Beistand, den der Vater schenkt;
aus dir strömt Leben, Licht und Glut, / du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.

3) Dich sendet Gottes Allmacht aus / in Feuer und in Sturmes Braus;
du öffnest uns den stummen Mund / und machst der Welt die Wahrheit kund.

4) Entflamme Sinne und Gemüt, / dass Liebe unser Herz durchglüht
und unser schwaches Fleisch und Blut / in deiner Kraft das Gute tut.

5) Die Macht des Bösen banne weit, / schenk deinen Frieden allezeit.
Erhalte uns auf rechter Bahn, / dass Unheil uns nicht schaden kann.

6) Lass gläubig uns den Vater sehn, / sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und dir vertraun, der uns durchdringt / und uns das Leben Gottes bringt.

Für den Tag und für die Woche:

 

glauben Sie

so wurde ich gefragt

an einen lebendigen Gott

und ich antwortete

ich lebe davon

dass Gott an mich glaubt

 

und was halten Sie

von Jesus Christus

und ich antwortete

ich baue darauf

dass er mich hält

 

 

 

und was denken Sie

vom Heiligen Geist

und ich antwortete

dass er uns beide tief verbindet

mehr als wir uns denken können

© Andreas Knapp

 

 

© Norbert Cuypers SVD