17.5.20 Gottesdienst für daheim

 

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Kleine Sonntagsliturgie für daheim

in Zeiten der Corona-Pandemie

6. Sonntag der Osterzeit (A) – Sonntag 17. Mai 2020

 

 

© Lydia Funke

 

Zur Einstimmung: (GL 147): Herr Jesu Christ, dich zu uns wend

1)    Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, / dein Heilgen Geist du zu uns send,
mit Lieb und Gnad er uns regier / und uns den Weg zur Wahrheit führ.

2) Tu auf den Mund zum Lobe dein, / bereit das Herz zur Andacht fein,
den Glauben mehr, stärk den Verstand, / dass uns dein Nam werd wohlbekannt,

3) bis wir singen mit Gottes Heer: / Heilig, heilig ist Gott der Herr!
Und schauen dich von Angesicht / in ewger Freud und selgem Licht.

4) Ehr sei dem Vater und dem Sohn, / dem Heilgen Geist in einem Thron;
der Heiligen Dreieinigkeit / sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Kreuzzeichen:

Im Namen des +Vaters und des +Sohnes und des +Heiligen Geistes. Amen.

 

Gebet:

Geist des auferstandenen Christus, nur wenn wir in großer Einfachheit beten, können wir erahnen, wie groß du von uns Menschen denkst. In dieser Haltung kommen wir zu dir und bitten dich: lass uns heute spüren können, dass du uns auch in unserer Zeit nicht alleine lässt. Du lebst ja in uns und willst durch uns in diese Welt liebevoll hineinwirken. Wir bitten dich: lass deine Liebe in uns wachsen und stärke in uns den Glauben und das Vertrauen, dass wir zusammen mit dir die Herausforderungen bewältigen können, die uns das Leben immer wieder zumutet. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit. Amen.


Evangelium: Joh 14,15-21
Damals sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr so leben, wie ich es euch gesagt habe. Dann werde ich den Vater bitten, dass er euch an meiner Stelle jemanden schickt, der euch helfen wird und der euch nie allein lässt: den Geist der Wahrheit. Die Welt kann ihn nicht bekommen. Sie ist blind für ihn und hat deshalb kein Verständnis für ihn. Aber ihr kennt ihn, denn er ist ständig bei euch und wird einmal in Fülle bei euch sein. Ich lasse euch nicht wie hilflose Waisenkinder allein. Ich komme wieder zu euch. Schon bald werde ich nicht mehr auf dieser Welt sein, und niemand wird mich mehr sehen. Nur ihr, ihr werdet mich sehen. Denn ich lebe, und weil ich lebe, werdet auch ihr leben. Wenn ich zurückkomme, werdet ihr erkennen, dass ich ganz eins bin mit meinem Vater und dass ihr in mir lebt und ich in euch. Wer meine Gebote annimmt und danach lebt, der liebt mich wirk­lich. Und wer mich liebt, den wird auch mein Vater lieben. Auch ich werde ihn lieben und ihm zeigen, wer ich bin.”

 

 

Impulse zum Nachdenken oder für ein Gespräch über das Evangelium:

Nein, in Latein war ich nie wirklich gut. Damals habe ich noch nicht einmal einsehen wollen, warum ich diese Sprache überhaupt lernen sollte. Heute aber kann ich mich zumindest für manch einen lateinischen Satz begeistern. Vor allem, wenn es sich um Wortspiele handelt. „Homo desiderium dei“. Dieses Zitat von Kirchenvater Augustinus kann auf zweierlei Arten übersetzt werden. Entweder: „Der Mensch ist Sehnsucht nach Gott.“ Oder auch: „Der Mensch ist die Sehnsucht Gottes.“ Das gefällt mir. Sehnsucht, das ist ein großes Wort. Der Duden umschreibt es als „inniges, schmerzliches Verlangen“. Unzählige Lieder, im Schlager oft schnulzenhaft dahingesungen oder in der Oper anspruchsvoll in eine Arie verpackt, beschreiben dieses Gefühl, das Liebende wohl am besten kennen. Im Zitat des heiligen Augustinus wird die Sehnsucht des Menschen nach Gott angesprochen: „Der Mensch ist Sehnsucht nach Gott.“ Von ihm erhofft sich der Mensch ewige, bleibende Liebe, Freundschaft, Lebensglück. Aber auch Gott kennt die Sehnsucht nach dem Menschen. Darauf weist die zweite Übersetzungsmöglichkeit hin: „Der Mensch ist die Sehnsucht Gottes.“ Was heißt das anderes, als dass Gott sich liebevoll nach dem Menschen sehnt: nach dem Glück und nach einer innigen Freundschaft mit seinem Geschöpf. Die Feier der österlichen Liturgie, das Wort der Schrift erinnert uns immer neu an das, was Gott schon alles für uns Menschen getan hat. Glaube, das ist Fest des Lebens, der Liebe, der Freundschaft: „Homo desiderium dei.“

Ø  Wie höre ich die Einladung Jesu im heutigen Evangelium, Ihn zu lieben?

Ø  Wie ist diese Liebe für mich spürbar in meinem Alltag?

Ø  Was bedeutet es für mich konkret, nach Gottes Gebot zu leben?

Lied: (GL 389): Dass du mich einstimmen lässt

 

Ref.: Dass du mich einstimmen lässt in Deinen Jubel, o Herr,

Deiner Engel und himmlischen Heere,
das erhebt meine Seele zu dir, o mein Gott;
großer König, Lob sei Dir und Ehre!

1.Herr, Du kennst meinen Weg, und Du ebnest die Bahn,
und Du führst mich den Weg durch die Wüste. Ref.:

 

3. Und du sendest den Geist und du machst mich ganz neu

und erfüllst mich mit deinem Frieden. Ref.:

 

4. Und nun zeig mir den Weg und nun führ mich die Bahn,

deine Liebe zu verkünden. Ref.:

 

5. Gib mir selber das Wort, öffne du mir das Herz,

deine Liebe, Herr, zu schenken. Ref.:

 

6. Und ich dank’ dir, mein Gott, und ich preise dich, Herr,

und ich schenke dir mein Leben. Ref.:

Fürbittgebet:

Herr Jesus Christus, in deiner Liebe wurde für uns Gottes Liebe sichtbar. In deinen Worten hören wir das Wort des Vaters. Voll Vertrauen beten wir:

 

o   Wir beten für alle Menschen, deren Leben in diesen Wochen aus den Fugen geraten ist und denen Orientierung und Halt fehlen: Auferstandener Christus …

 

o   Für die vielen Frauen und Männer, die infolge der Corona-Pandemie von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit betroffen sind: Auferstandener Christus …

 

o   Wir beten für all jene in der Politik, die sich weiterhin um ein solidarisches Miteinander in der Gesellschaft bemühen: Auferstandener Christus …

 

o   Für alle Menschen weltweit, deren Leben durch Covid19 oder andere schwere Krankheiten bedroht ist: Auferstandener Christus…

 

o   Wir beten schließlich auch für all jene jungen Menschen, die nach einem tragfähigen Weg für ihr zukünftiges Leben suchen: Auferstandener Christus …

 

Auferstandener Christus, du begleitest uns auf dem Weg unseres Lebens. Dafür danken wir dir und preisen dich mit Gott, dem Vater und dem Heiligen Geist heute, und an allen Tagen unseres Lebens bis hinein in deine Ewigkeit. Amen.

 

Vater unser:

Wir ersehnen die Nähe Gottes in unserem Leben, damit auch wir ihm nahe sein können. Wir ersehnen seine Liebe in uns, damit wir selbst zu Liebenden werden. Darum dürfen wir voll Vertrauen beten: Vater unser im Himmel…

Lied: (GL 445): Ubi caritas:

Ubi caritas et amor, Deus ibi est.

 

Deutsch: Wo Güte ist und Liebe, da ist Gott.

 

Segen:

Der Herr stärke unser Vertrauen, dass wir uns dem Wandel nicht verweigern und die Chancen der Zeit ergreifen. – Der Herr stärke unseren Mut, dass wir loslassen können, was vergangen ist, und festhalten, was unsere Zukunft begründet. – Der Herr stärke unsere Liebe, dass wir das Leben schützen, für die Schwachen einstehen und unsere Wege, wenn auch in kleinen Schritten, gehen.

© Roland Breitenbach

Zum Ausklang: (GL 760): Nun freue dich, du Christenheit

 

1. Nun freue dich, du Christenheit, / der Tag, der ist gekommen,
an dem der Herr nach Kreuz und Leid / die Schuld von uns genommen.
Befreit sind wir von Angst und Not, / das Leben hat besiegt den Tod:
Der Herr ist auferstanden.

2. An diesem österlichen Tag / lasst uns den Vater loben;
denn er, der alle Ding vermag, / hat seinen Sohn erhoben.
Das ist der Tag, den Gott gemacht; / das Leben ward uns neu gebracht:
Der Herr ist auferstanden.

 


3. Du lieber Herre Jesu Christ, / da du erstanden heute,
so lobt dich alles, was da ist, / in übergroßer Freude.
Mit dir sind wir von Herzen froh, / wir rufen laut und singen so:
Der Herr ist auferstanden.

 

Für den Tag und für die Woche: Die Zehn Gebote der Gelassenheit

1. Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

2. Nur für heute werde ich große Sorgfalt in mein Auftreten legen: vornehm in meinem Verhalten; ich werde niemand kritisieren, ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern - nur mich selbst.

3. Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin - nicht für die andere, sondern auch für diese Welt.

4. Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

5. Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen; wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist eine gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

6. Nur für heute werde ich eine gute Tat verbringen, und ich werde es niemandem erzählen.

7. Nur für heute werde ich etwas tun, für das ich keine Lust habe zu tun: sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass es niemand merkt.

8. Nur für heute werde ich fest glauben - selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten - , dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

9. Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist - und ich werde an die Güte glauben.

10. Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen - und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: der Hetze und der Unentschlossenheit.

© Johannes XXIII

© Norbert Cuypers SVD