19.4.2020 Gottesdienst für daheim

https://www.heiliggeist-berlin.de/fileadmin/_processed_/8/d/csm_HeiligGeistGemalt_9e80b1da1f.jpg

Kleine Sonntagsliturgie für daheim

in Zeiten der Corona-Pandemie

2. Sonntag der Osterzeit (A) – Sonntag 19. April 2020

© Lydia Funke

Zur Einstimmung: (GL 332): Die ganze Welt, Herr Jesu Christ:

1) Die ganze Welt, Herr Jesu Christ,
Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist.
Halleluja, Halleluja.

2) Das himmlisch Heer im Himmel singt,
Halleluja, Halleluja,
die Christenheit auf Erden klingt.
Halleluja, Halleluja.

3) Jetzt grünet, was nur grünen kann,
Halleluja, Halleluja,
die Bäum zu blühen fangen an.
Halleluja, Halleluja.

4) Es singen jetzt die Vögel all,
Halleluja, Halleluja,
jetzt singt und klingt die Nachtigall.
Halleluja, Halleluja.

5) Der Sonnenschein jetzt kommt herein,
Halleluja, Halleluja,
und gibt der Welt ein’ neuen Schein.
Halleluja, Halleluja.

6) Die ganze Welt, Herr Jesu Christ,
Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist.
Halleluja, Halleluja.

Kreuzzeichen:

Im Namen des +Vaters und des +Sohnes und des +Heiligen Geistes. Amen.

Gebet:

Lebendiger Gott, öffne unsere Augen und weite unseren Blick, damit wir in dieser österlichen Zeit gläubig das Licht deiner Gegenwart auch in den Wunden dieser Welt und in unseren eigenen Verletzungen erkennen können. Lass uns in dieser Stunde Jesus, dem Auferstandenen, in der Stille unseres Herzens und im gemeinschaftlichen Gebet begegnen. Darum bitten wir durch ihn, Christus Jesus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Evangelium: Joh 20,19-29

An diesem Sonntagabend hatten sich alle Jünger versammelt. Aus Angst vor den Juden ließen sie die Türen fest verschlossen. Plötzlich war Jesus bei ihnen. Er trat in ihre Mitte und grüßte sie: „Friede sei mit euch!” Dann zeigte er ihnen die Wunden in seinen Händen und an seiner Seite. Da wurden die Jünger von großer Freude erfüllt, als sie ihren Herrn wiedersahen. Noch einmal sagte Jesus zu ihnen: „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater in diese Welt gesandt hat, so sende ich jetzt euch in die Welt!” Dann hauchte er sie an und sprach: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden erlasst, dem sind sie erlassen. Und wem ihr die Schuld nicht vergebt, der bleibt auch vor Gott schuldig.” Thomas, einer der zwölf Jünger, der auch Zwilling genannt wurde, war nicht dabei, als ihnen Jesus erschien. Deshalb erzählten sie ihm: „Wir haben den Herrn gesehen!” „Das glaube ich nicht,” gab er zur Antwort. „Ich glaube es erst, wenn ich seine durchbohrten Hände gesehen habe. Mit meinen Fingern will ich sie fühlen, und meine Hand will ich in die Wunde an seiner Seite legen. Vorher glaube ich es nicht.” Acht Tage später hatten sich die Jünger wieder versammelt. Diesmal war Thomas bei ihnen. Und obwohl die Türen abgeschlossen waren, stand Jesus auf einmal in ihrer Mitte und grüßte sie: „Friede sei mit euch!” Dann wandte er sich an Thomas: „Leg deinen Finger auf meine durchbohrten Hände! Gib mir deine Hand und leg sie in die Wunde an meiner Seite und wehr dich nicht länger, zu glauben!” Thomas antwortete nur: „Mein Herr und mein Gott!” Und Jesus fügte hinzu: „Du glaubst jetzt, weil du mich gesehen hast. Wie glücklich können erst die sein, die mich nicht sehen und trotzdem glauben.”

Impulse zum Nachdenken oder für ein Gespräch über das Evangelium:

Mir persönlich gefällt an dieser Geschichte, dass Jesus die Zweifel von Thomas ernst nimmt und seine Wunden vor seinem Freund offenlegt. Jesus versteckt nicht, was ihn verletzt hat und Thomas darf ihn berühren: und zwar genau an der Stelle, wo der Tod am Leib Jesu seine Wunden hinterlassen hat. Er darf den Finger gleichsam in die Wunde legen. Bernd Mönkebüscher, Pfarrer in Hamm, kommentiert diese Stelle aus dem Evangelium für unser heutiges Leben so: „Wo du mit den Wunden anderer in Berührung kommst, mit Verletzungen, begegnest du dem auferstandenen Christus. So gesehen erschließt sich das Wort Jesu an Thomas, ‚Selig sind, die nicht sehen und doch glauben‘, denn in den Wunden und in den Verwundeten können unsere Augen nur den Schmerz sehen; es braucht den Glauben, der Christus selbst wahrnimmt. Ostern geht nicht am Leid vorbei; Ostern ist kein schmerzfreies Halleluja.“

Lied: (GL 767): Wahrer Gott wir glauben dir:

1) Wahrer Gott, wir glauben dir,
du bist mit Gottheit und Menschheit hier;
du, der den Satan und Tod überwand,
der im Triumph aus dem Grabe erstand.
Preis dir, du Sieger auf Golgatha,
Sieger, wie keiner, alleluja.

2) Jesu, dir jauchzt alles zu:
Herr über Leben und Tod bist du.
In deinem Blute gereinigt von Schuld,
freun wir uns wieder der göttlichen Huld.
Gib, dass wir stets deine Wege geh'n,
glorreich wie du aus dem Grabe ersteh'n!

Fürbittgebet:

Herr, allmächtiger Gott, der du die Welt trägst, gib, dass alle, die Verantwortung haben, erfüllt werden mit Weisheit und Kraft, damit sie ihre Aufgabe vollbringen zum Leben und nicht zum Verderben der Welt.

Dir empfehlen wir die Menschen in Rechtlosigkeit und unter Unrechtsregimen an: die Gequälten und zu Unrecht Verhafteten, die Gefolterten, die Heimatlosen auf der Flucht und in Lagern und die Hungernden.

In einer Welt der Angst hilf uns, die Hoffenden zu bleiben, durch Christus Jesus unseren Herrn.

Gebet der Christen in Nicaragua

Vater unser:

All unsere Hoffnung, aber auch unsere Ängste, all unser Schweigen, unser Beten, aber auch all unser Tun umfasst das Gebet, das uns Jesus gelehrt hat. So beten wir miteinander und füreinander: Vater unser im Himmel…

Lied:  Orgelmusik

Segen:

Der Herr ist vor uns, um uns den rechten Weg zu zeigen.

Er ist neben uns, um uns in die Arme zu nehmen und so vor Gefahren zu schützen.
Der Herr ist in uns, um uns zu trösten, wenn wir traurig sind.

So segne uns und alle Menschen, die wir im Herzen tragen

der gütige Gott, der +Vater und der +Sohn und der der +Heilige Geist –

heute und morgen und an allen Tagen unseres Lebens. Amen.

Zum Ausklang: (GL 765): Christus ist auferstanden:

1. Christus ist auferstanden / Freud ist in allen Landen.
Nun lasst uns fröhlich singen / und Halleluja klingen.
in cymbalis, in cymbalis bene sonantibus: / in cymbalis bene sonantibus

2. Hölle ist überwunden / Satan ist angebunden.

Nun lasst uns fröhlich singen / und Halleluja klingen.
in cymbalis, in cymbalis bene sonantibus: / in cymbalis bene sonantibus

3. Tod, wo ist nun dein Stachel / Sünde, wo deine Makel?

Nun lasst uns fröhlich singen / und Halleluja klingen.
in cymbalis, in cymbalis bene sonantibus: / in cymbalis bene sonantibus

4. Gott sind wir all versöhnet / herrlich sein Gnad uns krönet:

Nun lasst uns fröhlich singen / und Halleluja klingen.
in cymbalis, in cymbalis bene sonantibus: / in cymbalis bene sonantibus

Für den Tag und für die Woche:

„Ich wünsche uns Osteraugen, die im Tod bis zum Leben sehen,

in der Schuld bis zur Vergebung,

in der Trennung bis zur Einheit,

in den Wunden bis zur Heilung.

Ich wünsche uns Osteraugen, die im Menschen bis zu Gott,

in Gott bis zum Menschen,

im ICH bis zum DU zu sehen vermögen.

Und dazu wünsche ich uns alle österliche Kraft und Frieden,

Licht, Hoffnung und Glauben, dass das Leben stärker ist als der Tod.“

© + Klaus Hemmerle

© Norbert Cuypers SVD