24.5.20 Gottesdienst für daheim

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Kleine Sonntagsliturgie für daheim

in Zeiten der Corona-Pandemie

7. Sonntag der Osterzeit (A) – Sonntag, 24. Mai 2020

 

 

© Lydia Funke

 

Zur Einstimmung: (GL 319): Christ fuhr gen Himmel (mit längerem Vorspiel)

Christ fuhr gen Himmel. / Was sandt er uns hernieder?
Er sandte uns den Heilgen Geist / zu Trost der armen Christenheit. / Kyrieleis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja. / Des solln wir alle froh sein;
Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

Kreuzzeichen:

Im Namen des +Vaters und des +Sohnes und des +Heiligen Geistes. Amen.

 

Gebet:

Gott, du Freund des Lebens, oft vergessen wir, dass wir bewohnt sind von deinem Heiligen Geist, dass du in uns betest, dass du in uns liebst. Lass uns heute dankbar an dein Vertrauen denken, dass du in uns und in unser Leben setzt. Öffne unser Herz für dein Wort, das du uns schenken willst, damit wir daraus Kraft für unsere Sendung in dieser Welt schöpfen können und in der Beziehung zu dir wachsen und reifen. Darum bitten wir im Namen deines Sohnes und unseres Bruders Jesus, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt, liebt und wirkt in alle Ewigkeit. Amen.


Evangelium: Joh 17, 1-11a


Jesus sah zum Himmel auf und betete: „Vater, die Stunde ist da! Lass jetzt die Liebe deines Sohnes erkennbar werden, damit ich auch deine Liebe als Vater sichtbar machen kann. Du hast mir alle Menschen in die Hand gegeben, damit ich de­nen, die du mir anvertraut hast, ewiges Leben schenke. Und darin besteht das ewige Leben: In der nie en­denden Gemeinschaft mit dir, dem einen wahren Gott und mit Jesus Christus, den du in die Welt gesandt hast. Ich habe hier auf der Erde den Menschen gezeigt, wer du bist und wie groß du bist. Das war der Auftrag, den du mir gegeben hast; ich habe ihn jetzt erfüllt. Und nun, Vater, gib mir den Lichtglanz und die große Herrlichkeit wieder, die ich schon mit dir teilte, bevor die Welt erschaffen wurde. Ja, ich habe den Menschen gezeigt, wer du bist, und zwar allen, die du aus der Welt heraus­gerufen hast. Sie gehörten dir schon immer. Aber du hast sie mir anvertraut, und sie haben auf dein Wort gehört. Sie wissen nun, dass alles, was ich habe, wirklich von dir kommt. Denn was du mir gesagt hast, habe ich ihnen weitergegeben, und sie haben deine Botschaft ange­nommen. Sie glauben fest, dass ich von dir gekommen bin und zweifeln nicht daran, dass du mich in die Welt gesandt hast. Für sie bitte ich dich jetzt. Nicht für die ganze Welt bitte ich, sondern nur für die Menschen, die du mir anvertraut hast. Sie gehören dir, wie alles, was ich habe, dir gehört und alles, was du hast, auch mir gehört. Sie werden der Welt zeigen, dass ich mit dir eins bin. Ich verlasse jetzt die Welt und komme zu dir. Sie aber bleiben in der Welt.

Impulse zum Nachdenken oder für ein Gespräch über das Evangelium:

Beten, so habe ich es schon als Kind im Religionsunterricht gelernt, heißt eigentlich nichts anderes als: „mit Gott reden“. Zu ihm kann ich kommen mit all meinen Freuden und Leiden, mit all meinen Sorgen und Nöten. Gott, so wurde mir versichert, wird all meine Gebete erhören. Also habe ich brav um schönes Wetter beim nächsten Schulausflug gebetet und den Himmel bestürmt für eine gute Note in Mathematik. Das mit dem schönen Wetter beim Schulausflug hatte dann tatsächlich auch funktioniert. Am Ende des Tages konnte ich mit kindlicher Freude Jesus für einen herrlichen Sonnentag danken. Aber die gute Note in Mathe, die blieb leider aus. Dabei hatte ich mich im Gebet ganz auf Gott verlassen. Statt zu lernen, ging ich unbeschwert mit den Freunden spielen. Gott wird schon sorgen, dachte ich. Ich wurde bitter enttäuscht. Die Note war sogar schlechter, als im Jahr zuvor. Habe ich also beim Beten etwas falsch gemacht? Nein, natürlich nicht. Vielmehr musste ich schmerzhaft erkennen, dass Beten wohl kein Selbstläufer ist. Gebet ist eben nicht das wundersame Zaubermittel, um all das von Gott zu bekommen, was ich mir von ihm erhoffe. – Das heutige Evangelium zeigt uns, wie Jesus gebetet hat. Beim Lesen des Textes wird deutlich, wie vertraut er mit seinem Gott über alles spricht, was ihn bewegt. Er bringt sein Leben zur Sprache und holt auch die Menschen in sein Gebet hinein, die ihm am Herzen liegen: „für sie bitte ich … die du mir gegeben hast“. Jesus stellt die Menschen, die ihm wichtig sind, im Gebet gleichsam vor den Vater hin und vertraut sie seiner Obhut an, ohne ihn mit seinem Gebet in irgendeiner Art und Weise manipulieren zu wollen. Schließlich spricht Jesus auch über das, was er getan hat und über das Werk das der Vater ihm aufgetragen hat. Alles, sein ganzes Leben, hat im vertrauten Zwiegespräch mit Gott seinen Platz.

Ø  Wann, wo und wie kann ich in meinem Alltag gut beten?

Ø  Wie nehme ich die Menschen, mit denen ich verbunden bin, in mein Gebet hinein?

Ø  Von welchem Menschen weiß ich, dass er oder sie mein Gebet nötig hat?

Lied: (GL 348) Nun bitten wir den Heiligen Geist:

 

1.

Nun bitten wir den Heiligen Geist

um den rechten Glauben allermeist,

dass er uns behüte an unserm Ende,

wenn wir heimfahrn aus diesem Elende.

Kyrieleis.

 

2.

Du heller Schein, du lebendig Licht,

Geist des Herrn, der unsre Nacht durchbricht,

lass uns Gott erkennen, ihn Vater nennen

und von Christus uns nimmermehr trennen.

Kyrieleis.

 

3.

Du stille Macht, du verborgne Kraft,

Geist des Herrn, der in uns lebt und schafft,

wohne du uns inne, uns anzutreiben;

bete du in uns, wo wir stumm bleiben.

Kyrieleis.

 

Fürbittgebet:

In diesen Tagen bereiten wir uns auf das kommende Pfingstfest vor. Wir denken daran, dass Gott uns Gaben und Talente geschenkt hat, die uns helfen, Altes hinter uns zu lassen und neue Wege zu gehen. Um diesen Geist bitten wir für uns und diese Welt:

Öffne unsere Ohren, Heiliger Geist, dass wir nicht taub werden für dein Wort - und für die Schreie der Menschen in ihrer Not:

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu

 

Erleuchte unsere Augen, Heiliger Geist, dass wir nicht blind werden für die Wunder deiner Schöpfung - und uns in unserem Leben einsetzen für die Bewahrung unserer Umwelt:

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu

 

Erhelle unser Herz, Heiliger Geist, damit wir lieben was wahrhaft und gerecht ist - und uns nicht den Dunkelheiten und Leiden in unserer Welt verschließen:

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu

 

Durchdringe unseren Geist, Heiliger Geist, damit wir Tag für Tag deinen Willen erkennen - und lernen, die Geister dieser Welt voneinander zu unterscheiden:

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu


Schenke uns deine Wahrheit, Heiliger Geist, damit wir uns senden lassen in diese Welt - und die Kraft deiner Auferstehung unter den Menschen bezeugen:

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu

 

Ehre sei dem Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. – Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Vater unser:

Im Sakrament der Taufe hat Gott seinen Lebensgeist gegeben. Im Sakrament der Firmung haben wir bestätigt, dass wir aus diesem Geist unser Leben als Christen gestalten wollen. Aus der Kraft dieses heiligen und heilenden Geistes bitten wir nun für uns und alle Menschen: Vater unser im Himmel …

Lied: Orgelmusik

Segen:

Der lebendige Gott segne uns mit der Fähigkeit, die Geister zu scheiden und mit großer Offenheit, Neues zu denken und Neues anzunehmen. –

Er segne uns mit Großmut, mit innerer Freiheit hinter die Dinge zu schauen und zur rechten Zeit das Richtige zu sagen. –

Er segne uns mit der Kraft, Böses nicht mit Bösem zu vergelten, sondern in der Welt das Böse mit Gutem zu besiegen. –

Dazu segne uns Gott + der Vater, + der Sohn und + der Heilige Geist. Amen.

Zum Ausklang: (GL 799) Meine Zeit steht in deinen Händen:

Ref.: Meine Zeit steht in deinen Händen. / Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.

Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden. / Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.


Sorgen quälen und werden mir zu groß. / Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los. / Vater, du wirst bei mir sein. Ref.:

 

Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb / Nehmen mich gefangen, jagen mich.
Herr ich rufe: Komm und mach mich frei! / Führe du mich Schritt für Schritt. Ref.:

 

Es gibt Tage die bleiben ohne Sinn. / Hilflos seh ich wie die Zeit verrinnt.
Stunden, Tage, Jahre gehen hin, / Und ich frag, wo sie geblieben sind. Ref.:

 

Für den Tag und für die Woche:

In jeder Wirklichkeit,
auch in der dunkelsten,
existiert eine tiefere Wahrheit,
die mitgehört und mitgesehen werden will.
Alles hat eine größere Tiefe als die,
die wir zuerst wahrnehmen.
Gerade in der Finsternis, die uns umgibt,
und in der spürbaren Angst in unserer Zeit
gibt es neue Erkenntnisse zu entdecken
und unbegangene Wege der Liebe zu gehen.
Was früher galt, mag heute noch gelten,
aber es hat eine andere Gestalt.
Es kann mühsam sein,
diese tiefere Wahrheit hervorzulocken
und sie zu verstehen.
Es ist anstrengend und schön zugleich,
so wach zu sein.

© Ulrich Schaffer

 

 

© Norbert Cuypers SVD