26.4.20 Gottesdienst für daheim

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Kleine Sonntagsliturgie für daheim

in Zeiten der Corona-Pandemie

3. Sonntag der Osterzeit (A) – Sonntag 26. April 2020

© Lydia Funke

Zur Einstimmung:  (GL 386): Laudate omnes gentes

Laudate omnes gentes,
Laudate Dominum.
Laudate omnes gentes,
Laudate Dominum.

Deutsch: Lobsingt, Ihr Völker alle, lobsingt und preist den Herrn.

Kreuzzeichen:

Im Namen des +Vaters und des +Sohnes und des +Heiligen Geistes. Amen.

Gebet:

Du treuer Gott, immer wieder halten uns die Sorgen des Alltags gefangen und noch immer bereitet uns die ungewisse Zukunft für unser Leben im Ausnahmezustand Kopfzerbrechen. Aber noch immer bedenken wir auch das Festgeheimnis von Ostern, das uns deine Gegenwart im Hier und Jetzt verheißt. Lass nicht zu, dass wir über alles, was uns in diesen Tagen in Beschlag nimmt, die Freundschaft mit dir vergessen. Stärke in dieser Feier vielmehr unseren Glauben an deinen Sohn Jesus Christus, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und wirkt in alle Ewigkeit. Amen.

Halleluja: (GL 175,6): Halleluja:

Evangelium: Joh 21,1-14

Später erschien Jesus seinen Jüngern noch einmal am See von Tiberias. Das geschah so: Simon Petrus, Thomas (mit Beinamen Zwilling) und Nathanael aus Kana in Galiläa, ferner die beiden Söhne des Zebedäus und zwei andere Jünger waren dort zusammen. Simon Petrus sagte: „Ich gehe jetzt fischen!” „Wir kommen mit,” meinten die anderen. Sie stiegen ins Boot und fuhren hinaus auf den See. Aber während der ganzen Nacht fingen sie keinen einzigen Fisch. Als die Sonne aufging, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger ahnten nicht, dass er es war. „Meine Kinder,” rief er ihnen zu, „habt ihr nicht ein paar Fische zu essen?” „Nein,” antworteten sie, „nicht einen einzigen.” Da forderte er sie auf: „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, dann werdet ihr einen guten Fang machen!” Sie folgten seinem Rat und fingen so viele Fische, dass sie das Netz kaum mehr ziehen konnten. Jetzt sagte der Jünger, den Jesus besonders lieb hatte, zu Petrus: „Das ist der Herr!” Kaum hatte Simon Petrus das gehört, zog er sich an (während der Arbeit war er nämlich nackt), sprang ins Wasser und schwamm an das Ufer. Die anderen Jünger waren noch etwa hundert Meter vom Ufer entfernt. Sie folgten Petrus mit dem Boot und zogen das gefüllte Netz hinter sich her. Als sie aus dem Boot stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer, auf dem Fische brieten. Auch Brot lag bereit. Jesus bat die Jünger: „Bringt ein paar von den Fischen her, die ihr gerade gefangen habt!” Simon Petrus ging zum Boot und zog das Netz an Land. Es war gefüllt mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen. Und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. „Kommt her und esst!” sagte Jesus. Keiner von den Jüngern wagte zu fragen: „Wer bist du?” Aber sie alle wussten: Es ist der Herr. Jesus ging auf sie zu, nahm das Brot und verteilte es an sie, ebenso die Fische. Dies war das dritte Mal, dass Jesus sich seinen Jüngern zeigte, nachdem er von den Toten auferstanden war.

Halleluja: (GL 175,6): Halleluja:

Impulse zum Nachdenken oder für ein Gespräch über das Evangelium:

Eine ganze Arbeitsnacht voller Misserfolg: Netz auswerfen, warten, hoffen – das war die Erfahrung der Freunde von Jesus. Dabei waren sie Fachleute in dem, was sie taten. Trotzdem kein Erfolg. Eine frustrierende Erfahrung, die auch ein jeder in seinem Leben kennt, egal ob am Arbeitsplatz, in der Gemeinde, oder in einer Beziehung: man investiert sich und am Ende steht man vor einem Misserfolg, ist von sich und anderen enttäuscht und leidet unter seinen Vergeblichkeiten. Und wo ist da Jesus? Er ist auch in meinem Leben oft genug der unerkannt Anwesende am Ufer und wartet, bis ich zu ihm komme, mich ihm anvertraue. Der Auferstandene sehnt sich danach, dass ich ihn einbeziehe in mein alltägliches Leben. Er möchte es fruchtbar machen. Aber statt mich nur zu trösten, fordert er mich heraus: nimm dein Netz, nimm deine Fähigkeiten und setze sie ein! Aber lass dir von mir selbst die rechte Seite zeigen und rechne damit, dass Du die alten Gleise verlassen musst, um einen ganz neuen, einen österlichen Blick auf dein Leben zu wagen.

Lied: (GL 777): Ich glaube an den Vater:

1) Ich glaube an den Vater, den Schöpfer dieser Welt,
der uns mit seiner Liebe in seinen Händen hält.
Er schuf aus Nichts das Leben, den Mensch als Frau und Mann:
die Krone seiner Schöpfung, ich glaube daran.

2) Ich glaube an Jesus Christus, der auf die Erde kam,
der, Mensch wie wir geworden, die Sünde auf sich nahm.
Er ist am Kreuz gestorben, doch brach er neue Bahn:
denn er ist auferstanden. Ich glaube daran.

3) Ich glaube an den Geist, den man im Herzen spürt,
der, überall zugegen, uns Gottes Wege führt.
Er wird die Welt verwandeln und treibt uns weiter an,
in Gottes Sinn zu handeln, ich glaube daran.

4) Ich glaube an Gemeinschaft mit Gott als Fundament.
Ich glaube an die Liebe, die einigt, was uns trennt.
Wir werden auferstehen, wie Christus es getan:
die Schuld wird uns vergeben. Ich glaube daran.

Fürbittgebet:

Gott hat Jesus aus dem Tod in das neue Leben gerufen; wir setzen unsere Hoffnung für uns selbst und für die Welt auf den lebendigen Christus. Wir rufen ihm unsere Not zu und bitten um seine ansteckende Lebenskraft:

Wir beten für alle, die in Furcht leben vor dem Corona-Virus -

und für die Menschen, die infiziert sind und isoliert bleiben müssen: Christus, höre uns…

Wir beten für die armen Länder, die das Virus erst noch treffen wird -

und für all jene, die den Kranken hier wie dort zur Seite stehen: Christus, höre uns…

Wir beten für die Menschen in Flüchtlingsunterkünften -

und für die Kinder und Jugendlichen, die nach Europa kommen dürfen: Christus, höre uns…

Wir beten für jene Menschen, die unter den Konflikten der Mächtigen leiden -

und für die Menschen, die eindringlich zum Frieden aufrufen: Christus, höre uns…

Wir beten für alle Menschen, die der Osterbotschaft Vertrauen schenken –

und für alle, die im Glauben an die Auferstehung gestorben sind: Christus, höre uns…

Auferstandener Jesus Christus, in deiner Liebe liegt Leben für uns und die Welt. Wir vertrauen uns dieser Liebe an - hoffnungsvoll und dankbar in dieser Osterzeit. Du bist unser Herr und unser Gott. Heute und morgen und bis in deine Ewigkeit. Amen.

Vater unser:

Immer wieder fordert uns der Glaube heraus, nicht in alten Denkweisen zurückzufallen, sondern gerade in Zeiten der Krise Neues zu wagen. Vertrauend darauf, dass der auferstandene Christus auch dann bei uns ist, wenn wir zu verzweifeln drohen, können wir gemeinsam das Gebet sprechen, dass er seinen Freunden und uns ans Herz gelegt hat: Vater unser im Himmel… 

Lied: Orgelspiel

Segen: 

Dein Segen, guter Gott,  lasse in uns den Mut wachsen, uns auf das Leben einzulassen, mit all seinen Widersprüchen und mit all seiner Unvollkommenheit, damit wir bereit sind, auszuharren und geschehen zu lassen, aber auch auf dein Wort hin aufzubrechen und Neues zu wagen. Deinen Segen, guter Gott, erbitten wir für uns und alle Menschen, die uns wichtig sind. Geh mit uns und bleib bei uns, du +Vater, +Sohn und +Heiliger Geist. Amen.

Zum Ausklang: (GL 325): Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit:

1) Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit!
Schon sinkt die Welt in Nacht und Dunkelheit.
Geh nicht vorüber, kehre bei uns ein.
Sei unser Gast und teile Brot und Wein.

2) Weit war der Weg. Wir flohen fort vom Kreuz.
Doch du, Verlorner, führtest uns bereits.
Brennt nicht in uns ein Feuer, wenn du sprichst?
Zeige dich, wenn du nun das Brot uns brichst.

3) Weihe uns ganz in dein Geheimnis ein.
Lass uns dich sehn im letzten Abendschein.
Herr, deine Herrlichkeit erkennen wir:
Lebend und sterbend bleiben wir in dir. 

Für den Tag und für die Woche:

Die uns zugemessene Lebenszeit

nimmt seit unserer Geburt ab,

Tag für Tag.

 Unwiderruflich, unabwendbar.

nähern wir uns dem Tod,

dem Ende unseres irdischen Lebens.

 

In der Auferstehung Jesu,

ergeht an uns die Zusage

auf ein anderes, ein neues Leben.

 

Doch was ist das für ein Leben?

 

Das Geheimnis der Auferstehung

widerspricht menschlicher Erfahrung,

übersteigt unser Begreifen.

 

Gewiss erwartet uns

keine Wiederherstellung

unseres alten  Lebens.

 

Aber die Auferstehung Jesus

lässt uns auf ein Leben  hoffen,

das keinen Tod mehr kennt. 

© Gisela Baltes

© Norbert Cuypers SVD