Karwochengottesdienste für daheim

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Kleine Liturgie für daheim

in Zeiten der Corona-Pandemie

KARWOCHE (A):  5. – 11. April 2020


© Lydia Funke

Mit dem heutigen Sonntag beginnen wir die wichtigste Woche des Kirchenjahres, die sogenannte Karwoche. In Gedanken und im Gebet miteinander verbunden gehen wir in den kommenden Tagen den letzten Tagen des irdischen Lebens Jesu nach. Dabei können wir  in diesem Jahr vielleicht besonders gut nachem-pfinden, dass es auch in diesen Tagen Leid gibt, Verzweiflung und Trauer. Aber eben auch Hoffnung, Glaube und Liebe in uns und unter uns.  

So düster sich die Tage der Karwoche darstellen, so hell leuchtet uns auch ihr Ende. Wir warten sehnsuchtsvoll mit allen Menschen guten Willens auf die Nacht aller Nächte, an deren Ende das Licht des Lebens, symbolisiert durch die Osterkerze, aufgeht. Wir werden nicht schweigen, sondern glaubend bezeugen: Jesus lebt – auch heute: hier und jetzt mitten in der Krise, die unsere Welt in Atem hält. Lassen wir uns auf den Weg Jesu ein: nachdenkend, verweilend und hoffend.

Palmsonntag:

Zur Einstimmung: Jesus zieht in Jerusalem ein:

  1. Jesus zieht in Jerusalem ein, / Hosianna! / Alle Leute fangen auf der Straße an zu schrein: / Hosianna, Hosianna, Hosianna in der Höh! / Hosianna, Hosianna, Hosianna in der Höh!
  2. Jesus zieht in Jerusalem ein, / Hosianna! / Seht, er kommt geritten, auf dem Esel sitzt der Herr, / Hosianna, ...  
  3. Jesus zieht in Jerusalem ein, / Hosianna! / Kommt und legt ihm Zweige / von den Bäumen auf den Weg! / Hosianna....

Kreuzzeichen:

Im Namen des + Vaters und des + Sohnes und des + Heiligen Geistes. Amen.

Gebet:

Lebendiger Gott, dein Sohn Jesus hat mit uns das Leben geteilt, zu dem nicht nur die Freude und die glücklichen Momente des Lebens zählten, sondern auch die Erfahrung von Leid und Tod. Jesus hat qualvolle Schmerzen erlitten und ist grausam am Kreuz gestorben. Zu Beginn dieser heiligen Woche bitten dich: Hilf uns, Christus zu vertrauen, damit auch für uns und all unsere Lieben Ostern werde. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt im Heiligen Geist lebt und liebt in Ewigkeit. Amen.

Evangelium: Mt 21,8-11

Nachdem Jesus mit seinen Jüngern in die Nähe von Jerusalem gekommen war, erreichten sie Betfage am Ölberg. Jesus schickte zwei Jünger mit dem Auftrag voraus: „Wenn ihr in das Dorf kommt, werdet ihr dort eine Eselin mit ihrem Fohlen finden. Bindet sie los und bringt sie zu mir. Sollte euch jemand fragen, was ihr vorhabt, dann sagt einfach: ,Der Herr braucht sie’. Man wird euch keine Schwierigkeiten machen.” Damit erfüllte sich das Prophetenwort: „Sagt dem Volk von Jerusalem: ,Dein König kommt zu dir. Er kommt nicht stolz daher und mit Macht, sondern reitet auf einem Esel.’” Die beiden Jünger führten aus, was Jesus angeordnet hatte. Sie brachten die Tiere zu ihm, legten ihre Mäntel über sie, und Jesus setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider als Teppich auf der Straße aus, andere rissen Zweige von den Bäumen und legten sie auf den Weg. Vor und hinter ihm drängten sich die Menschen und riefen: „Heil dem Sohn Davids, unserem König! Gepriesen sei, der im Auftrag des Herrn kommt! Gelobt sei Gott im Himmel!” Als er so in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in helle Aufregung. „Wer ist dieser Mann?” fragten die Leute. „Das ist Jesus, der Prophet aus Nazareth in Galiläa,” riefen die Menschen, die ihn begleiteten.

Impulse zum Nachdenken oder für ein Gespräch über das Evangelium:

In den letzten Jahren fällt der Buchsbaum vielerorts einem Schädling zum Opfer, der das blätterreiche Immergrün durch Kahlfraß gefährdet. Dabei steht doch der Buchsbaum im christlichen Brauchtum als Symbol für das ewige Leben. Das Zeichen der christlichen Hoffnung ist wichtig. Neue, kreative Ideen müssten also gefunden werden, denn dieses Zeichen hängt nicht von einer ganz bestimmten Pflanzenart ab.  So ist es ja auch mit dem Leben der Kirche generell – nicht nur in der Corona Krise. Wer hinzuschauen wagt, wird schnell erkennen, dass es im Hause Gottes an allen Ecken wackelt und wankt: Da stehen die Strukturen der Kirche auf dem Prüfstand. Und es steht die drängende Frage im Raum: Wie heute – noch oder wieder – von Gott reden? Vieles befindet sich im Umbruch. Und manches, was wir über die Jahre lieb gewonnen haben, scheint gerade abzusterben. Das kann verunsichern und wehtun. Und doch gilt auch hier genau das, was auch beim gefährdeten Buchsbaum gilt: Neue, kreative Ideen müssen gefunden werden. Die Botschaft des Evangeliums muss ins Heute übersetzt werden. Mag die Form sich auch ändern: Wichtig ist und bleibt der Inhalt.

Lied: Der Himmel geht über allen auf:

Der Himmel geht über allen auf / auf alle über, über allen auf.
Der Himmel geht über allen auf, / auf alle über, über allen auf.

Fürbittgebet:

Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns Mut und Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen.

(Gebet der Vereinten Nationen)

Vater Unser:

Verbunden mit den Gläubigen unserer Pfarrgemeinde, aber auch mit allen Menschen weltweit, die ihre Hoffnung auf Gott setzen, wollen wir das Gebet sprechen, das Jesus uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel…

Lied: Orgelmusik:

Segen:

Herr, segne uns und lass uns dein Esel sein, auf dem du zu den Menschen kommst. Schenke uns die Genügsamkeit, die Last unseres Alltags zu tragen. Gib uns aber auch die heilige Sturheit, die wir brauchen, um Träger deiner Liebe in einer Welt des Hasses zu sein. Segne uns und lass uns dein Esel sein, Christus, dass wir dich zu anderen tragen. Im Namen des Vaters + und des Sohnes + und des + Heiligen Geistes.

Zum Ausklang: (GL 280): Singt dem König Freudenpsalmen:

1) Singt dem König Freudenpsalmen, Völker, ebnet seine Bahn:
Salem, streu ihm deine Palmen, sieh, dein König kommt heran!
Dieser ist von Davids Samen, Gottessohn von Ewigkeit.
Der Da kommt in Gottes Namen, er sei hochgebenedeit!

2) David sah im Geist entzücket den Messias schon von fern,
der die ganze Welt beglücket, den Gesalbten, unsern Herrn.
Tochter Sion, streu ihm Palmen, breite deine Kleider aus,
sing ihm Lieder, sing ihm Psalmen, heut beglücket er dein Haus.

3) Sieh, Jerusalem, dein König, sieh, voll Sanftmut kommt er an;
Völker, seid ihm untertänig, er hat allen wohlgetan!
Den die Himmel hoch verehren, dem der Chor der Engel singt,
dessen Ruhm sollt ihr vermehren, da er euch den Frieden bringt!

4) Geister, die im Himmel wohnen, preist den großen König heut;
und ihr Völker aller Zonen singt: Er sei gebenedeit!
Singt: Hosanna in den Höhen, hochgepriesen Gottes Sohn!
Mögen Welten einst vergehen, ewig fest besteht sein Thron.

Gründonnerstag:

Zur Einstimmung: (GL 282): Beim letzten Abendmahle:

1) Beim letzten Abendmahle,
die Nacht vor seinem Tod,
nahm Jesus in dem Saale
Gott dankend Wein und Brot.

2) „Nehmt“, sprach er, „trinket, esset:
Das ist mein Fleisch, mein Blut,
damit ihr nie vergesset,
was meine Liebe tut.“

3) Dann ging er hin zu sterben
aus liebevollem Sinn,
gab, Heil uns zu erwerben,
sich selbst zum Opfer hin.

4) O lasst uns ihm ein Leben,
von jeder Sünde rein,
ein Herz ihm ganz ergeben
zum Dankesopfer weihn.

Kreuzzeichen:

Im Namen des + Vaters und des + Sohnes und des + Heiligen Geistes. Amen.

Gebet:

Gott unser Vater, Jesus hat oft von deiner Liebe gesprochen und den Menschen gezeigt, wie diese Liebe spürbar wird. Heute denken wir an seine Zeichen in der Fußwaschung und in dem Mahl, das wir in diesen Tagen leider nicht gemeinsam feiern können. Dennoch danken wir dir für deine Liebe, die auch heute noch in uns und durch uns wirken will. Lass sie für uns gerade in diesen schweren Tagen lebendig sein. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und Leben schenkt in alle Ewigkeit. Amen!

Evangelium: Joh 13,3-10

Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.

Impulse zum Nachdenken oder für ein Gespräch über das Evangelium:

Neulich habe ich Folgendes irgendwo im Internet gelesen: „Verstehen werden wir es wohl nie, was das  für ein Gott sein soll, der sich die Hände dreckig macht mit dem Staub unserer Schweißfüße, der sich interessiert für meine Hühneraugen und Krampfadern! Wer das tut, muss verrückt sein - Oder göttlich. Und uns, dir und mir, mutet er es zu, dass auch wir anfangen heute abends noch, einander die Füße zu waschen, auch wenn wir uns schämen und ekeln. Begreifen werden wir ihn wohl nie, den Gott des Gründonnerstag.“

Lied: Ubi Caritas:

Ubi caritas / Et amor / Ubi caritas / Deus ibi est

Deutsch:  Wo die Güte und die Liebe ist, da ist Gott

Fürbittgebet:

Du bist den Leidenden nah Gott, du bist den Weg des Leidens zu Ende gegangen, durch den Tod hindurch zum Leben. Wir fürchten um unser Leben, wenn wir hören und sehen, was Menschen aushalten müssen, was ihnen zugemutet wird.

Wir erschrecken und hoffen, dass es uns nicht trifft. Wir möchten glauben, dass du auch dann bei uns bist, wenn wir Angst haben, wenn wir Schmerzen haben, wenn wir mit uns nicht zurechtkommen.

Wir bitten dich für die Menschen, die den Tod auf sich zukommen sehen: Lass ihre Hoffnung wachsen und ihre Angst kleiner werden.

Wir rufen dich an für die Verbitterten, denen über ihrem Schicksal der Glaube zerbrochen ist: Gib ihnen Menschen, durch die sie deine Liebe erfahren wie ein Licht in der Finsternis.

Wir bitten dich für die, denen ihr Leben sinnlos erscheint, die es wegwerfen möchten: Tritt ihnen in den Weg, lass sie begreifen, dass sie für andere eine Hilfe sein können.

Gott, wir bitten dich für uns alle: Wenn wir nicht wissen, warum dieses Unglück, warum diese Krankheit, warum dieser Tod, dann lass diese Fragen uns nicht von dir trennen.

Hilf uns glauben: Deine Liebe führt uns auch Wege, die wir nicht verstehen, durch den Tod hindurch zum Leben.                      

 © Margot Käßmann 

Vater Unser:

Jesu Sicht auf seine Freunde war immer die Perspektive der Liebe, des Dienens und der Hingabe bis zum Äußersten. Was er für die Jünger empfand, zeigte er immer wieder durch sein Tun. Die Kraft dazu bekam er von Gott seinem Vater, zu dem auch wir nun gemeinsam beten wollen: Vater unser im Himmel…

Lied: Orgelmusik:

Segen:

Es segne uns Gott der Vater,

der Jesus, seinen Sohn zum Heil der Menschheit gesandt hat.
Es segne uns Gott der Sohn,
der den Weg der Liebe konsequent gegangen ist.
Es segne uns Gott der Heilige Geist,
der alle Menschen stützen kann, die ihren Weg suchen.
Und der Segen unseres menschenfreundlichen Gottes,
des +Vaters und des + Sohnes und des + Heiligen Geistes,
schenke uns eine enge Verbundenheit mit ihm und untereinander. Amen.

Zum Ausklang: (GL 275): Selig wem Christus auf dem Weg begleitet:

1)Selig, wem Christus / auf dem Weg begegnet, / um ihn zu rufen, / alles zu verlassen, /

sein Kreuz zu tragen / und in seiner Kirche / für ihn zu wirken.

2)Bei ihm ist Christus, / stärkt ihn in der Wüste, / schenkt ihm durch Leiden /

Anteil an der Freude. / Und seine Jünger / spüren Christi Liebe / in seiner Nähe..

3)Durch seine Jünger / spricht zu uns der Meister, / ruft uns zur Umkehr, / spendet Licht und Hoffnung. / In ihren Taten / wird die Botschaft Christi / für uns lebendig.

Karfreitag:

Die Gemeinschaft der Christen kennt in ihrer Tradition sieben Tugenden, sieben Werke der Barmherzigkeit und sieben Sakramente. In der Bibel berichtet Matthäus von sieben Gleichnissen, Johannes von sieben Wundern Jesu. Am heutigen Karfreitag sind wir eingeladen, die sieben Worte Jesu am Kreuz betend gemeinsam zu betrachten.

Zur Einstimmung: (GL 289): O Haupt voll Blut und Wunden:

1) O Haupt voll Blut und Wunden,
voll Schmerz und voller Hohn,
o Haupt, zum Spott gebunden
mit einer Dornenkron,
o Haupt, sonst schön gekrönet
mit höchster Ehr und Zier,
jetzt aber frech verhöhnet:
gegrüßet seist du mir!

2) Du edles Angesichte,
davor sonst schrickt und scheut
das große Weltgewichte:
wie bist du so bespeit,
wie bist du so erbleichet!
Wer hat dein Angesicht,
dem sonst kein Licht nicht gleichet,
so schändlich zugericht'?

7) Wenn ich einmal soll scheiden,
so scheide nicht von mir,
wenn ich den Tod soll leiden,
so tritt du dann herfür;
wenn mir am allerbängsten
wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten
kraft deiner Angst und Pein.

8) Erscheine mir zum Schilde,
zum Trost in meinem Tod,
und lass mich sehn dein Bilde
in deiner Kreuzesnot.
Da will ich nach dir blicken,
da will ich glaubensvoll
dich fest an mein Herz drücken.
Wer so stirbt, der stirbt wohl
.

Kreuzzeichen:

Im Namen des + Vaters und des + Sohnes und des + Heiligen Geistes. Amen.

Gebet:

Du unser Gott und Vater, am heutigen Tag, an dem Jesus unschuldig leiden musste und am Kreuz gestorben ist, wollen wir uns öffnen für die letzten Worte, die er gesprochen hat. Wir vertrauen darauf, dass auch sie Worte des Lebens für uns werden können  und uns Weisung schenken in Zeiten der großen Verunsicherung. Öffne unsere Ohren, Gott, damit wir erkennen, welche Stimme uns ruft, hinzuhören und offen zu werden für die Not in dieser Welt. Das erbitten wir im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Amen.

"Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" Lk 23,32-34

Mit Jesus wurden zwei Verbrecher vor die Stadt geführt zu der Stelle, die man „Schädelstätte” nennt. Dort wurde Jesus ans Kreuz genagelt und mit ihm die beiden Verbrecher, der eine rechts und der andere links von ihm. Jesus betete: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!”

– Stille –

Wir wollen beten:

Herr Jesus Christus, du hast uns am Kreuz ein Beispiel gegeben, dass wir einander verzeihen sollen. Du weißt aber, wie schwer uns das in unserem Alltag fällt. So bitten wir dich: Lass uns dir ähnlich werden wie so viele Christen vor uns, und gib uns die Kraft, denen  zu vergeben, die uns Böses tun. Denn du bist gütig und freundlich zu uns allen. Wir preisen dich in Ewigkeit. Amen.

Lied: (GL 286): Bleibet hier:

Bleibet hier und wachet mit mir. / Wachet und betet, / Wachet und betet.

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"Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein." Lk 23,41-43

Einer der Verbrecher, die neben Jesus hingen, sagte: „Wir werden hier zu Recht bestraft. Wir haben den Tod verdient. Aber der da ist unschuldig; er hat nichts Böses getan.” Zu Jesus sagte er: „Herr, denk an mich, wenn du in dein Königreich kommst!” Da antwortete ihm Jesus: „Ich versichere dir: Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.”

– Stille –

Wir wollen beten:

Herr Jesus Christus, du hast das Schicksal des Sterben mit uns Menschen geteilt. Lass uns an deine Verheißung glauben, dass wir durch dich und mit dir leben werden. Sei du mit allen, die in diesen Tagen sterben müssen und sei auch uns in der Stunde unseres eigenen Todes nahe. Denn du bist für uns der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wir preisen dich in Ewigkeit. Amen.

Lied: (GL 286): Bleibet hier:

Bleibet hier und wachet mit mir. / Wachet und betet, / Wachet und betet.

+++000+++

Frau, siehe, dein Sohn! (…) Siehe, deine Mutter!" Joh 19,26-27

Als Jesus nun seine Mutter sah und neben ihr den Jünger, den er besonders liebte, sagte er zu ihr: „Frau, er soll jetzt dein Sohn sein!” Und zu dem Jünger sagte er: „Sie ist jetzt deine Mutter.” Von da an nahm der Jünger sie zu sich in sein Haus.

– Stille –

Wir wollen beten:

Herr Jesus Christus, Maria, deine Mutter, ist auch unsere Mutter, deine Brüder und Schwestern sind unsere Brüder und Schwestern. Lass uns so leben, wie es deinem Willen entspricht. Denn du bist unser aller Vater und sorgst dich um einen jeden von uns. Wir preisen dich in Ewigkeit. Amen.

Lied: (GL 286): Bleibet hier:

Bleibet hier und wachet mit mir. / Wachet und betet, / Wachet und betet.

+++000+++

"Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?" Mk 15,33-34

Am Mittag wurde es plötzlich im ganzen Land dunkel. Diese Finsternis dauerte drei Stunden. Gegen drei Uhr rief Jesus laut: „Eloi, Eloi, lema sabachtani?” Das heißt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?”

– Stille –

Wir wollen beten:

Herr Jesus Christus, du bist hinabgestiegen in die dunkle Nacht der Einsamkeit und Gottverlassenheit. Stehe uns bei, wenn wir die „Abwesenheit Gottes" auch in unserem Leben zu ertragen haben. Hilf uns, dass wir nie aufhören, nach Gott zu suchen. Denn du kennst die Not aller Menschen. Wir preisen dich in Ewigkeit. Amen.

Lied: (GL 286): Bleibet hier:

Bleibet hier und wachet mit mir. / Wachet und betet, / Wachet und betet.

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"Mich dürstet." Joh 19,28-29

Jesus wusste, dass nun sein Auftrag erfüllt war. Da sagte er (und wieder erfüllte sich damit eine Voraussage der Heiligen Schrift): „Ich habe Durst!”

– Stille –

Wir wollen beten:

Herr Jesus Christus, du rufst die Dürstenden zum Wasser des Lebens. Führe uns zu dieser Quelle und stille den Durst nach Liebe, nach Glück und Geborgenheit. Denn du wirst all unsere menschliche Sehnsucht einst erfüllen. Wir preisen dich in Ewigkeit. Amen.

Lied: (GL 286): Bleibet hier:

Bleibet hier und wachet mit mir. / Wachet und betet, / Wachet und betet.

+++000+++

"Es ist vollbracht!" Joh 19,30

In der Nähe stand ein Krug mit Essigwasser. Ein Soldat tauchte schnell einen Schwamm hinein, steckte ihn auf einen Stab und hielt ihn Jesus an den Mund. Als Jesus davon getrunken hatte, rief er: „Es ist vollbracht!” Dann ließ er den Kopf sinken und starb.  

– Stille –

Wir wollen beten:

Herr Jesus Christus, du hast den Weg freigemacht aus dem Tod zum Leben, aus der Finsternis in das Licht. Hilf uns, als Kinder des Lichtes zu leben und von deiner Liebe und Basrmherzigkeit Zeugnis zu geben inmitten der Dunkelheit unseres Alltags. Wir preisen dich in Ewigkeit. Amen.

Lied: (GL 286): Bleibet hier:

Bleibet hier und wachet mit mir. / Wachet und betet, / Wachet und betet.

+++000+++

"Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist." Lk 23,44-46

Am Mittag wurde es plötzlich im ganzen Land dunkel. Diese Finsternis dauerte drei Stunden. Plötzlich zerriss der Vorhang im Tempel, der das Allerheiligste vor den Menschen verbergen sollte, von oben bis unten. Jesus schrie noch einmal laut auf: „Vater, in deine Hände gebe ich mein Leben!” Mit diesen Worten starb er.

– Stille –

Wir wollen beten:

Herr Jesus Christus, du hast dich ganz dem Vater anvertraut, im Leben und im Tod. Lass uns dir ähnlich werden, damit der Wille des Vaters auch an uns geschehe. Denn du bist der Sohn des Vaters, der Bote seiner Weisung für unser Leben im Hier und Jetzt unserer Tage. Wir preisen dich in Ewigkeit. Amen.

Lied: (GL 286): Bleibet hier:

Bleibet hier und wachet mit mir. / Wachet und betet, / Wachet und betet.

Gebet:

/: Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, Im Kreuz ist Hoffnung. :/ –

Dein Kreuz, o Herr, verehren wir, und deine Auferstehung preisen wir. –

Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, Im Kreuz ist Hoffnung. –

Denn seht, durch das Holz des Kreuzes kam Freude in alle Welt. –

Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, Im Kreuz ist Hoffnung. –

Sei gegrüßt, o Kreuz des Herrn, du unsere einzige Hoffnung. –

Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, Im Kreuz ist Hoffnung.

Vater Unser:

Du unser Gott, dein Sohn Jesus war auch am Ende seines Lebens  noch jenen nahe, die seine Liebe und Barmherzigkeit brauchten. So beten wir in dieser Stunde zu dir, der du uns und allen Menschen, die uns nahe stehen, mit den Worten, die Jesus uns beigebracht hat: Vater unser im Himmel…

Lied: (GL290): Herz liebster Jesu:

1) Herzliebster Jesu,
was hast du verbrochen,
dass man ein solch scharf
Urteil hat gesprochen?
Was ist die Schuld, in was für Missetaten
bist du geraten?

2) Du wirst gegeißelt
und mit Dorn gekrönet,
ins Angesicht geschlagen und verhöhnet,
du wirst mit Essig und mit Gall getränket,
ans Kreuz gehenket.

3) Was ist doch wohl
die Ursach solcher Plagen?
Ach, meine Sünden
haben dich geschlagen;
ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet,
was du erduldet.

4) Wie wunderbarlich
ist doch diese Strafe!
Der gute Hirte leidet für die Schafe,
die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte,
für seine Knechte.

Christoph Möller / Norbert Cuypers SVD

Karsamstag:

Impulse zum stillen Nachdenken:

Heute ist der Tag nach der Kreuzigung. Der Tag, wo einfach alles still ist. Der Tag nach dem Tod. … Alle Hoffnungen und Gebete sind zerstört, Tränen rollen über’s Gesicht und es herrscht eisige Stille. Es ist ein seltsamer Tag. Was nach Jesu Tod, also an diesem Samstag genau passiert ist, weiß man nicht. Denn die Bibel gibt uns über diesen Tag keine Auskunft darüber, außer dass ein paar Wachen auf dessen Grab aufgepasst haben. Karsamstag ist der Tag, an dem man versinkt in Erinnerungen – Welche Dinge hat diese Person gesagt oder getan? Was hat er anderen beigebracht? Wie hat er uns berührt? Wie hat diese Person die Welt verändert?Verfasser unbekannt

Der Pfad der Nachfolge ist schmal. Es ist eine Berufung, sich auf das Mysterium des Kreuzes einzulassen, es zu leben und sich davon verwandeln zu lassen, um so zum Werkzeug der Verwandlung für andere zu werden. Der Preis, den wir zahlen, wenn wir Gegensätze zusammen halten wollen, ist immer eine Art der Kreuzigung. Der heilige Augustinus erkennt diesen Zusammenhang im Mysterium der Passion. Das wahre Leben entsteht erst durch die Reise in den Tod und durch diese Reise in den Tod erkennen wir, wer Gott für uns und in uns und mit uns ist.© Richard Rohr OFM

„Ich verspreche dir etwas, Gott, nur eine Kleinigkeit: Ich will meine Sorgen um die Zukunft nicht als beschwerende Gewichte an den jeweiligen Tag hängen, aber dazu braucht man eine gewisse Übung. Jeder Tag ist für sich selbst genug. Ich will dir helfen, Gott, dass du mich nicht verlässt, aber ich kann mich von vornherein für nichts verbürgen. Nur dies eine wird mir immer deutlicher, dass du uns nicht helfen kannst, sondern dass wir dir helfen müssen, und dadurch helfen wir uns letzten Endes selbst. Es ist das einzige, auf das es ankommt: ein Stück von dir in uns selbst zu retten, Gott. Und vielleicht können wir mithelfen, dich in den gequälten Herzen der anderen Menschen auferstehen zu lassen.“       (Etty Hillesum)

Tag des Schocks.
Tag der Starre.
Erschüttert. Fassungslos.

Tag der Traurigkeit.
Tag der Ratlosigkeit.
Verstört. Verwirrt.

Tag der Grabesruhe.
Tag des Schweigens.
Still. Totenstill.

Tag des Wartens.
Tag des Hoffens.
Worauf? Wie lange?

Zeit aufzubrechen,
sich auf den Weg zu machen
zum Ostermorgen.

© Gisela Baltes

Gott ist tot! Jawohl!
Der Gott, den ich geschaffen habe!
Den ich an den Himmel gemalt habe!

Der Gott meiner Ängste und Sehnsüchte! Der nicht anders ist als ich.

Vergänglich. Sterblich.

Gott ist tot! Jawohl!


Jesus lebt!

Der Gott, der uns geschaffen hat!

Der vom Himmel auf die Erde gekommen ist! Der unsere Ängste und Sehnsüchte trägt.
Der so anders ist als ich.

Ewig. Und gnädig.
Und ich fange an zu Ieben.

© Jürgen Werth