Ostergottesdienst für daheim

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© Lydia Funke

Kleine Sonntagsliturgie für daheim

in Zeiten der Corona-Pandemie

OSTERN (A) – Sonntag 12. April 2020

Zur Einstimmung: (GL 764): Triumph, der Tod ist überwunden:

1) Triumph! Der Tod ist überwunden,
zum Leben der Unsterblichkeit
ist selbst durchs Grab der Weg gefunden.
Bekenner Jesu, singt erfreut:
Alleluja! Alleluja!

2) Zersprengt sind nun des Todes Ketten
auf Jesu mächtiges Gebot;
uns von des Todes Macht zu retten,
besiegte Jesus selbst den Tod.
Alleluja! Alleluja!

3) Verschwunden sind des Grabes Schrecken,
wir rufen: "Tod wo ist dein Sieg?"
Auch uns wird Jesus auferwecken,
der siegend seinem Grab entstieg.
Alleluja! Alleluja!

Kreuzzeichen:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Gebet beim Anzünden der Osterkerze:

Gott, du Freund des Lebens, diese Osterkerze wollen wir anzünden

und dankbar an das Leben denken, dass du uns geschenkt hast.

Sie sei auch ein Sinnbild unseres Vertrauens darauf,

dass Du das Licht bist, das jedes Dunkel aufzuhellen vermag.

Herr, wir haben Anliegen und Sorgen. Sie bewirken in uns Dunkel.

Dein Licht aber mag uns helfen, dass wir für uns den nächsten Schritt

erkennen und mutig auch wagen.

Entzünde in uns das Feuer deiner Liebe,

damit wir selbst zum Lichte werden, das leuchtet und wärmt und tröstet.

Lass‘ unsere schwerfälligen Zungen in dieser Osterzeit neue Worte finden,

die von deiner Liebe und Schönheit sprechen.

Darum bitten wir dich im Namen unseres auferstandenen Bruder und Herrn.

Österliches Halleluja:

Evangelium: Mt 28, 1-10

Als der Sabbat vorüber war und am Sonntagmorgen gerade die Sonne aufging, kamen Maria von Magdala und die andere Maria zum Grab. Plötzlich fing die Erde an zu beben, und ein Engel Gottes kam vom Himmel herab, wälzte den Stein, der das Grab verschloss, beiseite und setzte sich darauf. Er leuchtete hell wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee. Die Wachposten stürzten vor Schrecken zu Boden und blieben wie tot liegen. Der Engel wandte sich an die Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden, wie er es vorhergesagt hat. Kommt und seht euch die Stelle an, wo er gelegen hat! Dann beeilt euch, geht zu seinen Jüngern und verkündet ihnen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Er wird euch nach Galiläa vorausgehen, und dort werdet ihr ihn sehen. Das ist die Botschaft, die ich euch ausrichten soll.” Erschrocken liefen die Frauen vom Grab weg. Gleichzeitig erfüllte sie unbeschreibliche Freude. Sie wollten sofort den Jüngern alles berichten, was sie erlebt hatten. Sie waren noch nicht weit gekommen, als Jesus plötzlich vor ihnen stand. „Freut euch mit mir!” sagte er. Da fielen sie vor ihm nieder und umklammerten seine Füße. Jesus beruhigte sie: „Habt keine Angst! Geht jetzt und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa kommen! Dort werden sie mich sehen.”

Österliches Halleluja:

Impulse zum Nachdenken oder für ein Gespräch über das Evangelium:

In einem Artikel von Tomáš Halík (Jahrgang 1948), Professor für Soziologie an der Karls-Universität in Prag, las ich vor ein paar Tagen: „Dieses Jahr an Ostern werden wahrscheinlich viele unsere Kirchen leer sein. An irgendeinem anderen Ort werden wir das Evangelium vom leeren Grab vortragen. Wenn uns die Leere der Kirche an ein leeres Grab erinnern wird, sollten wir nicht die Stimme von oben überhören: „Er ist nicht hier. Er ist auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa.“ Die Anregung zur Meditation für dieses seltsame Ostern lautet: Wo ist dieses Galiläa von heute, wo können wir dem lebendigen Christus begegnen? Soziologische Studien sagen uns, dass in unserer Welt die „Beheimateten“ weniger werden (und zwar sowohl diejenigen Menschen, die sich völlig mit einer traditionellen Form von Religion identifizieren als auch die Anhänger eines dogmatischen Atheismus) und die „Suchenden“ mehr werden. Darüber hinaus steigt jedoch die Anzahl der „Apatheisten“ - Menschen, die sowohl religiöse Fragen als auch traditionelle Antworten gleichgültig lassen. Die Hauptlinie der Aufteilung läuft nicht mehr zwischen denjenigen, die sich für Gläubige halten und denjenigen, die sich für Ungläubige halten. „Suchende“ gibt es sowohl unter den Gläubigen (das sind diejenigen, für die der Glaube nicht ein „ererbtes Eigentum“ ist, sondern eher „ein Weg“), als auch unter den „Ungläubigen“, die religiöse Vorstellungen ablehnen, die ihnen ihre Umgebung vorlegt, die jedoch trotzdem die Sehnsucht nach einer Quelle spüren, die ihren Durst nach dem Sinn stillen könnte. Ich bin davon überzeugt, dass dieses „Galiläa von heute“, wohin man gehen soll, um den Gott zu suchen, der durch den Tod hindurch ging, die Welt der Suchenden ist.“

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Lied: (GL 767): Wahrer Gott wir glauben dir

1) Wahrer Gott, wir glauben dir,
du bist mit Gottheit und Menschheit hier;
du, der den Satan und Tod überwand,
der im Triumph aus dem Grabe erstand.
Preis dir, du Sieger auf Golgatha,
Sieger, wie keiner, alleluja.

2) Jesu, dir jauchzt alles zu:
Herr über Leben und Tod bist du.
In deinem Blute gereinigt von Schuld,
freun wir uns wieder der göttlichen Huld.
Gib, dass wir stets deine Wege geh'n,
glorreich wie du aus dem Grabe ersteh'n!

Fürbittgebet:

Herr Jesus Christus, du Quelle des Lichtes und des Lebens. In dieser österlichen Zeit schenkst du uns mehr, als wir zu hoffen wagen. Dir tragen wir unsere Bitten vor:

*Für alle Männer und Frauen, die sich zu dir bekennen und der frohmachenden Botschaft von Ostern Glauben schenken: gib ihnen Mut und Kraft, das Evangelium in Wort und Tat im Alltag zu bezeugen – Du Gott unseres Lebens…

*Für die Richtungslosen, Hoffnungslosen, die Überforderten und für alle, die ihr Leben als dunkel und traurig erleben: lass ihnen Menschen begegnen, die ihnen Freude und Hoffnung aus dem Glauben weiterschenken. – Du Gott unseres Lebens…

*Für alle Menschen, die die Suche nach dir abgebrochen haben und nicht mehr glauben können oder nicht mehr glauben wollen: berühre sie mit deiner liebenden Nähe und wecke neu ihre Sehnsucht nach dir. – Du Gott unseres Lebens…

*Für unsere Mitmenschen, die sich verausgaben in pausenloser Arbeit oder Ablenkung, in Unrast und Erlebnisgier: lass sie Besinnung finden und nachdenklich werden über den wahren Sinn ihres Lebens. – Du Gott unseres Lebens…

*Für die Kranken und Sterbenden und für alle, für die das Leben in diesen Tagen besonders schwer und anstrengend empfinden: stelle ihnen Menschen zur Seite, die ihnen von deiner Liebe und Barmherzigkeit Zeugnis geben. – Du Gott unseres Lebens…

Um dies und um vieles, was unausgesprochen blieb, dürfen wir durch dich, den auferstandenen Herrn, bitten. Wir danken dir und preisen dich mit Gott, dem Vater, und dem Hl. Geist. Amen.

Vater unser:

An Ostern hat Gott seine Verheißung wahrgemacht, dass jenen Leben in Fülle schenkt, die ihm Vertrauen. Fällt uns der Glaube daran im konkreten Alltag auch nicht immer leicht, so dürfen wir doch darauf hoffen und miteinander so beten, wie Jesus es uns beigebracht hat: Vater unser im Himmel…

Lied: (GL 326): Wir wollen alle fröhlich sein

1) Wir wollen alle fröhlich sein
in dieser österlichen Zeit,
denn unser Heil hat Gott bereit.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

2) Es ist erstanden Jesus Christ,
der an dem Kreuz gestorben ist;
ihm sei Lob, Ehr zu aller Frist
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

3) Er hat zerstört der Höllen Pfort,
die Seinen all herausgeführt
und uns erlöst vom ewgen Tod.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

4) Es singt der ganze Erdenkreis
dem Gottessohne Lob und Preis,
der uns erkauft das Paradeis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Segen:

Der lebendige Gott begleite uns alle,

auf den Wegen unseres Lebens. –

An diesem Osterfest sei er uns spürbar nahe

in all unserer Freude und all unserem Schmerz. –

Er selbst lasse unser Leben gelingen

und beschütze uns und all unsere Lieben. –

Das gewähre uns der +Vater, der +Sohn und der +Heilige Geist.

Amen.

Zum Ausklang: (GL 533): Lasst uns erfreuen herzlich sehr

1) Lasst uns erfreuen herzlich sehr
Maria seufzt und weint nicht mehr
Halleluja! Halleluja!
Verschwunden alle Übel sein,
Jetzt glänzt der helle Sonnenschein,
Halleluja! Halleluja! Halleluja! Halleluja! Halleluja!

2) Sag an, o freudenreiches Herz,
Wo ist denn jetz, Ach, Weh und Schmerz?
Halleluja! Halleluja!
Glorreich vom Grab erstanden ist
Der Menschen Trost, Herr Jesu Christ.
Halleluja! Halleluja! Halleluja! Halleluja! Halleluja!

3) O freudenreiche Osterzeit,
Wo sich ein jeder Christ erfreut,
Halleluja! Halleluja!
Stimmt an den fröhlichen Jubelton,
Singt alle, wer nur singen kann:
Halleluja! Halleluja! Halleluja! Halleluja! Halleluja!

Für den Tag und für die Woche:

Jeden Morgen

machen wir uns auf den Weg

zum Grab unserer Hoffnung.

In das Linnen

der Enttäuschung gewickelt,

von den Felsen

der Unwiderruflichkeit umschlossen,

von den Wächtern

unserer Versäumnisse bewacht,

wartet sie dennoch auf uns.

In Gestalt einer Blüte,

im Tonfall eines Gesprächs,

in den Buchstaben einer Schrift,

in der Wärme einer grüßenden Hand.

Der uns darin ruft, den rufen wir an:

Rabbuni. Das heißt Meister.

Über dem leeren Grab

wölbt sich ein strahlender Himmel.

Ostern. Heute. Morgen.

Und jeden Tag.

© Margarete Kubelka

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Übrigens: Ein österliches Lächeln kann ansteckend sein! Lasst uns eine Pandemie starten!!

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© Norbert Cuypers SVD