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Gespräch mit Erzbischof Dr. Heiner Koch am 27.6.22 zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Berliner Erzbistum

 

Dieses Gespräch war lange vorbereitet worden. Die Idee dazu kam vom Bischof selbst. Er bietet Gemeinden an, dass er kommt und sich den Fragen zu diesem Thema stellt. Viele Interessierte aus unserem Pastoralen Raum waren in die Aula der Herz-Jesu-Schule gekommen. Unter der Moderation von Herrn Maaß (kirchlicher Organisationsberater) begann Bischof Hei- ner Koch den Abend mit einem längeren, bisweilen selbstkritischen und auch persönlich gehaltenen Beitrag zur Miss- brauchsthematik. Anschließend stellten uns die beiden unabhängigen Ansprechpersonen bei Verdachtsfällen sexualisierten Missbrauchs, Frau Gehr Martinez und Herr Reinisch und Frau Schneider (Interventionsbeauftrage des Bistums) den Stand der Aufarbeitung sowie das weitere Vorgehen vor. In der Mitte brannte eine Kerze für die Opfer.
Im Anschluss an die Eingangsstatements entstand dann ein reges Gespräch, in dem alle Fragen gestellt werden konnten. Das Engagement des Erzbischofs bezüglich der Aufarbeitung überzeugte.
Wir hatten aber noch viele andere drängende Fragen an diesem Abend, und zwar zur Erneuerung der Strukturen innerhalb unserer Kirche. Es wurden das Zölibat, die Rolle der Frauen, die massenhaften Kirchenaustritte, der Umgang mit der Ju- gend, das Verhältnis von Laien und Klerikern und Vieles mehr angesprochen. Der Verweis auf den Synodalen Weg in die- sem Zusammenhang verdeutlichte das Spannungsverhältnis zwischen Reformerwartungen der anwesenden Gläubigen und der gegenwärtig (noch) vorherrschenden Lehrmeinung der (Amts)kirche. Erfreulich war die deutliche Wertschätzung, die sich gegenseitig in den Fragestellungen als auch in den Statements entgegengebracht wurde. So passte die Veranstaltung sehr gut in unsere Reihe „Glauben und Zweifeln“, die von Gemeindegliedern vor einiger Zeit angestoßen worden ist und die uns noch weiter beschäftigen wird. Das Vorbereitungsteam