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"Woraus leben wir Steyler Schwestern?"

Ehe ich auf diese Frage näher eingehe, also über UNS Steyler Schwestern etwas zu sagen, muss ich erst kurz auf den heutigen Festtag eingehen: es ist das Fest der Taufe Jesu; damit endet die Weihnachtszeit. Wir sind wieder im Alltag angekommen.

Mit dem Evangelium der Taufe Jesu werden wir/ich auf den Urgrund unseres Christ-Seins als Steyler Missionare und Missionsschwestern hingewiesen. Wir leben aus dem Geschenk der Taufe,- - - die hat ihre Wurzeln in der Taufe Jesu, wie wir es im Evangelium gerade hörten.

 Sind wir uns unseres Tauftages bewusst? Dass ich ihn ganz persönlich, bewusst, auch feiere!!! Das gibt unserem Glaubensleben einen besonderen „Geschmack“.

Ein Weiteres: Der Gründer des Steyler Missionswerkes Arnold Janssen war sich sehr früh bewusst, dass Frauen in der Missionsarbeit nötig sind. Noch vor Gründung des Missionshauses in Steyl hatte er 1874 einen entsprechenden Artikel in seiner Zeitschrift „Der Kleine Herz-Jesu-Bote“ publiziert mit dem. Titel: DER Apostolat der Frau – da geht es um Mitarbeit im missionarischen Dienst - und der Artikel endet mit der Frage: werden sich dazu Frauen finden?

Hier muss ich eben einfügen: es ist spannend zu sehen, wie Gottes Geist an verschiedenen Orten Menschen bewegt und beruft und zueinander führt:

Denn: parallel zu den Gedanken und Bemühungen Arnold Janssens suchte genau in diesen Jahren in einem kleinen abgelegenen Eifel-Dörfchen eine junge Frau, Helena Stollenwerk, nach einer Gemeinschaft, die Missionen in China hat; denn ihre Sehnsucht war: vielen Kindern, die nicht gewollt waren, die oft buchstäblich weggeworfen wurden, das Sakrament der Taufe zu spenden und sie im Glauben zu unterrichten. - - - Sie fand mit 30 Jahren den Weg nach Steyl; kam zwar nicht nach China, wurde aber in Steyl Grundstein für eine neue Missions-Kongregation und in den folgenden fast 1 ½ Jahrhunderten folgten tausende Frauen als Steyler Missionsschwestern ihrem Beispiel.

Ursprung und Grund für alle missionarischen Dienste ist Gottes Heiliger Geist.  So wie es im Oster-Evangelium heißt - Jo 20,20 - Als die Jünger den Auferstanden an seinen Wundmalen erkannten und sich freuten, gab er ihnen den Auftrag: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und Jesus hauchte sie an und sprach: „Empfangt Heiligen Geist…“ D.h. Jesu Oster-Geschenk an die Jünger ist Sein Heiliger Geist.

Die Jünger werden also in die Sendung Jesu berufen und zugleich ausgestattet mit der Kraft des Heiligen Geistes.

Wenn Sie nun fragen. Ja, und woraus leben die Steyler Schwestern heute? Dann kann ich nur sagen:

Wir leben aus dem Gründungs-Impuls eines Arnold Janssen  und ganz eindeutig: aus der Missions-Sehnsucht unserer Mitgründerin, der seligen Helena Stollenwerk. Denn diese unsere Vorbilder lebten aus dem Sendungsauftrag Jesu.

Arnold Janssen hat uns Schwestern ganz bewusst „Dienerinnen des Heiligen Geistes“ genannt. - - - Ein kleines persönliches Erlebnis möchte ich hier einfügen: vor vielen Jahren gab es ein Treffen mit verschiedenen Ordens-Gemeinschaften. Wir unterhielten uns über die Namen der verschiedenen Orden – viele ausführlich gehaltvolle, und ich sagte dann etwas kleinlaut: wir heißen nur einfach Dienerinnen des Heiligen Geistes. Darauf der Geistliche Direktor einer großen O-Gemeinschaft, der unsere Schwestern kannte: sehr energisch: Sie können als Missions-Schwestern gar nicht anders heißen, lesen Sie mal die Apostelgeschichte – er nannte es „das Evangelium des Heiligen Geistes“. - - - Ich habe mich damals gefreut - und muss gestehen, ich war auch insgeheim nicht wenig stolz darauf und auf Arnold Janssen, der uns Schwestern diesen Namen gegeben hat. Und ich habe begriffen:

Im Namen der Steyler Missionsschwestern

„Dienerinnen des Heiligen Geistes“

ist unser Missionsauftrag ja schon ausgedrückt.

Eine andere Bedeutung unseres Namens wurde mir bewusst am Tag nach meiner Einkleidung (vor mehr als 60 J.). Als meine Mutter sich von der damaligen Oberin verabschiedete, sagte meine Mutter, ihr falle auf, dass die Schwestern alle so freundlich sind und so liebevoll miteinander umgehen. Das sagte die Oberin, sie hieß bezeichnenderweise Amatrix – die Liebende, in ihrer einfachen Art. Ja, wissen Sie, Frau Berger, wir heißen ja Dienerinnen des Heiligen Geistes - und der Heilige Geist ist die Liebe in Gott – da können wir doch nicht anders, als einander gut zu sein.

Und ich möchte als Abschluss hinzufügen: wenn wir uns bezeichnen mit dem Zeichen des Kreuzes – ist es nicht dann so, dass wir damit zum Ursprung unseres Christus-Zugehörigkeitseins, zur Taufe, zurückkehren? Da wurden wir bezeichnet mit dem Zeichen der Erlösung. Dass wir  l e b e n  als Erlöste.

Missionsarbeit, Mitarbeit an der Verbreitung des Glaubens Ist der Ur-Auftrag Jesu an die Apostel nach Matthäus: Geht in alle Welt, verkündet allen die Frohbotschaft und taufet sie… Damit sind wir zurück beim Thema des heutigen Sonntags.

Eine letzte kleine Ergänzung:

Das Thema der Missionsausstellung in unserem Mutterhaus in Steyl ist: „Wir sind eine Missionskongregation. Die Welt ist unser Zuhause, nicht die Abgeschiedenheit eines Klosters.“

Vor vielen Jahren hatten die Steyer Missionare einen guten Slogan für ihre Missionsarbeit: „Unsere Pfarrei ist die Welt“

Vom schon lange verstorbenen Steyler Missionar P. Kurt Piskaty habe ich mal selbst gehört: „Wenn Steyler Mitbrüder in Deutschland eine Pfarrei leiten, in einer Pfarrei leben, dann muss man das auf allen Ebenen der Pfarrarbeit auch spüren können.“  - - - Ich glaube, dass das hier in der Heilig-Geist-Pfarrei so ist. Weil die Mitbrüder hier aus der Kraft der Taufe und Firmung leben und das Feuer Jesu und Seines Geistes in ihnen lebendig ist und auch ausstrahlt.

Sr. Mechtilde Berger SSpS