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Eucharistie, die verwandelt – uns und die Welt

Laut Paul Zulehner ist die Eucharistie ein Auftrag zur Veränderung von Kirche und Gesellschaft. Wenn Menschen sich von der Eucharistiefeier tatsächlich verwandeln ließen, müsste dies Folgen für den Umgang mit Geflüchteten, für den Schutz der Schöpfung und für den Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit haben, sagte der Pastoraltheologe am Montagabend in einer Meditation beim internationalen Synodenworkshop im oberösterreichischen Schloss Puchberg bei Wels. Die Menschen müssten nach Zulehner dann ein "größeres Herz" für diese Anliegen haben, etwa stärker auf ihren ökologischen Fußabdruck achten, "weit mehr als Söhne und Töchter der Bergpredigt" aus dem Gottesdienst hinausgehen und sich für Frieden einsetzen. Entscheidend sei nicht die Zahl der Menschen, die am Sonntag eine Eucharistiefeier besuche, sondern was die Messfeier mit ihnen mache.

Die Eucharistie sei nicht mit der liturgischen Wandlung von Brot und Wein abgeschlossen, sondern müsse die Feiernden selbst und über sie auch die Welt verändern. Zulehner fragte deshalb, ob es in der Eucharistie tatsächlich um die Verwandlung der Menschen gehe oder nur um jene der Gaben: "Vielleicht sagen gar zu viele derer, die Gott selbst zu einer sonntäglichen Eucharistiefeier zusammengerufen hatte: Gott, verwandle die Gaben, aber uns lass in Ruh?"

Der Theologe bezog diese Gedanken auf die Situation der Kirche in Europa. Der Kontinent sei "nach so vielen Jahren des 'Nie-wieder' voll von Gewalt und Krieg". Hinzu kämen die Belastungen der Schöpfung, Gewalt gegen Frauen sowie Gewalt "am Anfang und Ende des Lebens". Gewalt habe auch das Völkerrecht zerstört. Gerade in diese Situation hinein feiere die Kirche das Gedächtnis des Todes Jesu am Kreuz. Die Frage sei deshalb, ob die Eucharistie tatsächlich dazu führe, dass eine "Europaverwandlung" stattfinde.