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Wussten Sie dass... ? (Juli 2026)

… unsere Pfarrjugend, vor 55 Jahren, ihre Sommerferien 1971 in den ersten drei Wochen (10.07. – 31.07.1971) in Ferienfreizeiten verbrachten? Die Mädchen, ab 9 Jahren, fuhren auf die niederländische Nordseeinsel Ameland. Die Jungen, ab 10 Jahren, zelteten im oberschwäbischen Uttenweiler bei Biberach / Riß (Preis 155 DM). Leiterinnen der Mädchenfreizeit: Susanne Stiegert, Gabriele und Angelika Ciesielski und Christiane Eckertvogt. Leiter der Jugendfreizeit: Klaus Konetzke, Dietmar Schill, Michael und Wolfgang Eberl. Die Jugendfreizeiten in Heilig Geist standen in einer guten Tradition. Unter Kaplan P. Ludwig Barbian wurde bereits Anfang 1927 für die Jugend der Pfarrei mietsweise ein Bootshaus an der Spree bei Siemensstadt übernommen. Es wurden zugleich zwei Boote beschafft: ein Ruder-Gig-Führer (für 1250 M) und ein altes Paddelboot für 60 Mark. P. Koitka organisierte nach dem Krieg 1947 eine Ferienbetreuung von 200 armen Kindern der Pfarrei auf den Olympia-Stadion-Terrassen. Sie dauerte vom 7. Juli bis 3. August 1947. Auch in den folgenden Jahren wiederholte sich das, z. B. vom 17. Juli bis 07. August 1949 mit 230 Kindern und Jugendlichen. Oder am 17. August 1950 waren die Jungen und Mädchen auf einer 3-wöchigen Ferienfahrt am Bodensee und in Garmisch-Partenkirchen. Ab 5. bzw. 6. August 1951 waren sie auf einem Ferienlager in Sylt und Rüdesheim. Und ab 20. Juni 1952 waren Ferienfahrten unserer Jugend, die in mehreren Gruppen Niederbayern, Garmisch-Partenkirchen und Koblenz besuchten. Am 10. Juli 1953 fuhren 20 Mädchen unserer Gruppen per Autobus ins Weserbergland; für die Jungen wollte keiner die Führerverantwortung übernehmen. Das sind Beispiele diverser Jugendfreizeiten. Insbesondere von weiterer hoher Akzeptanz und berühmt waren die „Zeltlager“ ab 1964, bis 1989 unter Leitung von Klaus Konetzke und Ronald Stiegert.

 

… vor 45 Jahren, am 01.07.1981, Frau Helga Bittner im Pfarrbüro halbtags als Bürokraft begann? Sie war damals 48 Jahre alt, verwitwet und hatte eine Tochter namens Petra (eine Tochter war verstorben). Bisher war sie beim Senat beschäftigt. P. Thüning hatte sie im Oktober 1980 dafür gewinnen können. Durch den plötzlichen Tod von P. Thüning (+15.12.1980) hatte sich der Beginn um ein halbes Jahr verschoben. Obwohl ihr manche den Rat gaben, beim Senat zu bleiben, hat sie sich für das Pfarrbüro entschieden. Für die Pfarrei eine gute Entscheidung. -  Am 06.09.2001, vor 25 Jahren, vermerkte unsere Chronik: „Heute war zum ersten Mal zur Werktagsmesse nur der Priester und ein Gottesdienstbesucher in der Kirche“.  Es war Frau Helga Bittner!

 

… vor 70 Jahren, am 20.07.1956, aus unserer Kirche das Altarkreuz gestohlen wurde? Es wurde später von einem jungen Zollbeamten aus unserer Pfarrgemeinde in einem Antikgeschäft wieder gefunden. In der Silvesterpredigt am 31.12.1956 konnte dann der Kuratus ausführlich über die „Kreuzauffindung“ berichten: Ein junger Mann aus unserer Pfarrgemeinde, von Beruf Zollbeamter, hat eine Vorliebe für antike Gegenstände. So besucht er regelmäßig Antiquitätenhandlungen. Eines Tages fand er ein Kreuz, das ihn interessierte und welches er als Ersatz für das gestohlene Kreuz der Kirche stiften wollte. Er brachte das Kreuz zur Ansicht mit und P. Kuratus konnte ihm auf den ersten Blick sagen, dass dieses Kreuz identisch mit dem gestohlenen Kreuz unserer Kirche sei. Das wurde auch von Br. Redemptus bestätigt. Der Antiquitätenhändler wollte es für 60 DM verkaufen. Nach dieser Klarstellung überließ er es dem Käufer umsonst. Er sagte, er habe es von einem Ostberliner Besucher erstanden, der alle Vierteljahre zu ihm käme. Dieser hätte erklärt, das Kruzifix stamme von einem Hausaltärchen. So kam das Kruzifix wieder an seinem alten Platz.

 

… vor 75 Jahren, am 29. Juli 1951, unser Gemeindefest auf der Trabrennbahn Ruhleben stattfand? Wetter, Gelände und auch der Besuch waren trotz der Entfernung über Erwarten gut. Für Musik und Unterhaltung war bestens gesorgt. Besonderes Interesse fanden die auf der Rennbahn veranstalteten Wettrennen. Günther Jakob gab per "Radio" den mit großem Beifall aufgenommenen Sportbericht. Am Abend fand der große Tanzsaal besonderen Zuspruch. Erst spät am Abend ging es in bester Stimmung wieder nach Hause. - Es dauerte noch sehr viele Jahre, bis die Gemeindefeste schließlich in unserem Garten abgehalten wurden.

 

… vor 15 Jahren, am Freitag, dem 29.07.2011, P. Adonis Narcelles (40), bisheriger Präses der Berliner Kommunität und zugleich Philippinen-Seelsorger, mit 40 Jahren an Bauchspeicheldrüsen-Krebs verstarb? „Ein Lebensbaum voller Früchte wurde plötzlich und unerwartet abgeschnitten. Ein Leben mittendrin, im Alter von 40 Jahren, wurde abgebrochen.“ So formuliert es Pater Vijay Tirkey zum Tod seines besten Kurskollegen und Freundes Adonis Narcelles. Adonis‘ Leben war von Elan, Vitalität, Heiterkeit, Freude, und Glaubensbegeisterung gekennzeichnet. Er war ein Seelsorger und Missionar mit Leib und Seele. In seiner kurzen Leidenszeit war er sehr tapfer und tiefgläubig. Das Requiem für ihn und seine Beerdigung am 19. August – am vierten Todesjahr seiner Mutter – waren sehr beeindruckend und bewegend. Sein Heimgang hat die Berliner Kommunität zutiefst betroffen gemacht. Es war ein großer Verlust für die Kommunität und hat sie noch näher zusammenrücken lassen. -  Kurz nach dem Tod, am 04.08.2011 traf sein Nachfolger, P. Simon Boiser, als Seelsorger für die Philippinische Gemeinde ein. P. Fidelis Regi Waton wurde bereits einige Tage vor dem absehbaren Tod von Adonis zum Hausoberen ernannt. – Die beiden Vorgänger von P. Narcelles verstarben ebenfalls vor 15 Jahren, beide im April: P. Hermogenes Bacareza SVD (1930-2011), der hier von 1986 bis 1994 wirkte, starb heute, am 24. April 2011, und vier Tage später verstarb P. Erasio Flores SVD (1933-2011), am 28. April. Er wirkte hier von 1995 bis 2004.

 

… vor 75 Jahren, am 31.07.1951, unser neuer Bischof Wilhelm Weskamm eingeführt wurde? Die kirchliche Feier begann um 10 Uhr in St. Sebastian mit einem feierlichen Pontifikalamt. Der neue Oberhirte machte durch seine Gestalt, durch seine machtvolle Stimme und durch den Inhalt seiner Ansprache auf Gebildete und Ungebildete einen tiefen Eindruck. Er ließ aber auch durch seinen Freimut aufhorchen, so dass man den Kaufmann verstehen konnte, der nach der Einführung die bedeutsame Bemerkung machte: "Mit dem wird man nicht Schlittenfahren“! Auf die Gläubigen, die dichtgedrängt die verhältnismäßig weiten Hallen der Kirche füllten, machte die Ehrerbietung der etwa 400 anwesenden Priester einen gewaltigen Eindruck. Für 13 Uhr hatte der neue Oberhirte alle Priester seiner Diözese zu einem Mittagsmahl ins Frauenbundhaus eingeladen. Da der große Versammlungssaal nicht ausreichte, wurde noch ein anderer großer Raum für die priesterlichen Gäste freigemacht. Von den Tischansprachen fanden die des Generalvikars Dr. Rintelen von Paderborn und die des neuen Bischofs wegen ihrer humorvollen und geistreichen Art den meisten Beifall. Charakteristisch dürfte der Schlusssatz des Bischofs sein: "Wer mich sucht, der wird mich jederzeit finden, wen aber ich suche, den werde auch ich finden!" - Am Sonntag, dem 16.09.1951, fand sodann in der nahen Waldbühne eine groß angelegte Begrüßungsfeier der Diözese für Bischof Weskamm statt. 40-50.000 Dözesanen füllten das weite Rund der prachtvollen Anlage. Nach einem regenreichen Vormittag kam die Sonne heraus. Von 15.00 – 17.30 Uhr wechselten musikalische Darbietungen und Reden. Besonders eindrucksvoll waren Ein- und Auszug des Bischofs mit einer Fülle von Fahnen und Ministranten, sowie die fulminante Ansprache des neuen Bischofs selbst. Voller Begeisterung verließen am Schluss die unübersehbaren Scharen der Gläubigen die Waldbühne. Um 18 Uhr hielt Dr. Heider in unserer Kirche noch eine hl. Messe für ostzonale Besucher, die in der Frühe daheim die Hl. Messe noch nicht haben mitfeiern können. Am 07.12.1951 konnten wir unseren Diözesanbischof Wilhelm Weskamm zum ersten Mal in unserer Pfarrei begrüßen. Freilich nicht in unserer Kirche, aber in St. Hildegard (Krankenhaus), wo er auf Einladung der Steyler Missionsschwestern eine Gelübdeablegung vornahm. Er hielt dabei eine beeindruckende Ansprache. Beim Abendessen freute er sich offenbar, seiner Leutseligkeit einmal ganz freien Lauf lassen zu können. Zu den glücklichen Neuprofessen des Abends gehörte auch ein Mitglied unserer Pfarrgemeinde: Ursula Krause, eine noch junge Konvertitin und ehemalige Führerin im BDM, jetzt Sr. Bonegardia. Beide Eltern, die in der Olympischen Straße 12 wohnten, waren protestantisch. Sie waren bei der Feier zugegen, der Vater gefasst, die Mutter fassungslos. Sie hatte nur noch die Hoffnung, dass ihre Tochter wieder zu ihr zurückkommt. Ob der Wunsch erfüllt wurde, kann nicht gesagt werden. Die Amtsdauer von Bischof Weskamm war nur 5 Jahre und 3 Wochen, denn am 21.08.1956 verstarb er.