Meldung

Zumutung Demokratie – wie viel muss ich aushalten?

Mittwoch, 30. September 2026 · 19.30 Uhr
Gemeindesaal Heilig Geist

Demokratie lebt vom Streit. Aber wie viel Streit müssen wir aushalten? Wie viel Toleranz und Verständnis schulden wir auch denen, deren politische Überzeugungen wir entschieden ablehnen? Und wo endet Toleranz, weil die Demokratie selbst angegriffen wird?

Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wollen wir im Rahmen unserer Reihe „Zumutung Demokratie – Mut zur Demokratie“ genau darüber sprechen.

Ausgangspunkt ist eine ebenso einfache wie unbequeme Frage: Warum werden auch Politikerinnen und Politiker der AfD zu Sommerinterviews und in Talkshows der öffentlich-rechtlichen Medien eingeladen und erhalten damit eine öffentliche Plattform? Aber wäre es nicht gerade undemokratisch, sie nicht einzuladen?

Demokratie bedeutet nicht, dass jede Meinung gleich richtig oder jede Position gleichermaßen akzeptabel ist. Sie bedeutet aber, dass politische Unterschiede öffentlich ausgetragen werden und wir den Bürgerinnen und Bürgern zutrauen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Doch wo liegen die Grenzen? Wie viel Widerspruch muss eine Demokratie aushalten und wann muss sie sich selbst verteidigen? Wer entscheidet darüber, was noch Teil der demokratischen Debatte ist und was nicht mehr? Gibt es dafür gesellschaftliche Spielregeln oder muss jede und jeder diese Grenze für sich selbst ziehen?

Damit wird Demokratie auch persönlich. Denn Toleranz ist nicht nur ein politischer Begriff. Wie gehe ich mit Menschen um, deren Ansichten ich kaum ertragen kann? Muss ich als Christ immer tolerant sein? Was bedeutet das Gebot der Nächstenliebe gegenüber Menschen, deren Haltung ich entschieden ablehne? Muss ich alles vergeben und bedeutet Vergebung eigentlich, alles hinzunehmen?

Über diese Fragen wollen wir miteinander ins Gespräch kommen - politisch, gesellschaftlich und aus christlicher Perspektive.

Als Gesprächspartner begrüßen wir Pater Gerald Tanye SVD und Pater Manfred Hösl SJ. Gemeinsam mit ihnen und mit Ihnen wollen wir darüber diskutieren, was Demokratie uns zumuten darf und was wir ihr zumuten müssen, damit sie Demokratie bleibt.

Wir freuen uns auf eine lebendige, offene und durchaus kontroverse Diskussion!